Der Emirates-Präsident Tim Clark rechnet nicht damit, dass die Golfregion durch den Krieg mit Iran dauerhaft an Bedeutung für Urlauber und Geschäftsreisende verliert. Auf einer per Video zugeschalteten Branchenkonferenz in Berlin sagte er, die Menschen würden Krisen schnell vergessen. Die Region habe bereits zahlreiche schwierige Phasen erlebt und sich jedes Mal wieder erholt.
Clark betonte, dass Dubai weiterhin ein Reiseziel mit großer internationaler Anziehungskraft sei. Wenn es gelinge, die aktuelle Krise zu lösen und wieder mehr Stabilität herzustellen, könne sich der Reiseverkehr seiner Einschätzung nach rasch normalisieren. Beruhige sich die Lage in den kommenden drei bis vier Wochen, sei bereits bis zum Ende des Sommers eine deutliche Erholung möglich. Vor dem Konflikt nutzten viele Reisende aus Europa die Flughäfen am Golf als Umsteigepunkte für Flüge nach Asien und Australien.
Emirates setzt derzeit nur einen Teil der Flotte ein
Die Folgen des Kriegs sind an wichtigen Drehkreuzen wie Dubai und Abu Dhabi aber weiterhin klar zu spüren. Nach Beginn der Auseinandersetzungen war der Luftverkehr in der Region stark zurückgegangen. Andere Fluggesellschaften, darunter auch die Lufthansa, versuchen daraus Nutzen zu ziehen und haben zusätzliche Verbindungen nach Asien und Afrika eingerichtet.
Nach Angaben von Clark sind bei Emirates aktuell nur etwas weniger als zwei Drittel der Flugzeuge im Einsatz. Trotzdem bedient die Airline wieder rund 90 Prozent ihrer früheren Ziele.
Auf die langfristige Strategie des Unternehmens habe die Krise jedoch keinen Einfluss, sagte Clark. Emirates halte an seinem bisherigen Kurs fest. Flugzeuge, die momentan nicht eingesetzt werden könnten, nutze man für Wartung und Modernisierung.
Auch mit Blick auf westliche Konkurrenten zeigte sich der Emirates-Chef gelassen. Diese könnten aus seiner Sicht die derzeitige Schwäche der Golf-Airlines nur begrenzt ausnutzen, da ihnen dafür schlicht nicht genügend Flugzeuge zur Verfügung stünden. Clark verwies dabei auf die Größenordnung der Emirates-Flotte mit 270 Großraumjets.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion