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China-Schock für VW: Warum der Konzern bei Verkäufen und Rendite plötzlich zurückrudert

Schock für VW: In China erwartet der Konzern künftig deutlich schwächere Verkäufe und schraubt seine Renditeziele nach unten. Brisant dabei: Die große E-Auto-Offensive dürfte wohl erst ab 2027 wirklich Wirkung zeigen.

23.04.2026, 11:15 Uhr

VW senkt China-Ziele wegen schwacher Verkäufe

Volkswagen rechnet in China künftig mit geringeren Absatzzahlen. VW-China-Chef Ralf Brandstätter sagte dem Handelsblatt, der Konzern passe seine Erwartungen für den chinesischen Markt an. Statt wie bisher für 2030 mit 3,5 bis 4 Millionen Fahrzeugen zu planen, gehe man nun eher von rund 3,2 Millionen aus.

China bliebe damit zwar weiterhin für gut ein Drittel des weltweiten VW-Absatzes verantwortlich. Dennoch läge das Niveau deutlich unter früheren Werten: 2019 hatte der Konzern dort noch 4,2 Millionen Fahrzeuge verkauft.

Im vergangenen Jahr sank der Absatz in China erneut, diesmal um acht Prozent auf weniger als 2,7 Millionen Fahrzeuge. Ob sich das in diesem Jahr verbessert, ließ Brandstätter offen. Er bezeichnete 2026 als Übergangsjahr und sagte, derzeit sei noch nicht absehbar, ob der Absatz über oder unter dem Vorjahreswert liegen werde. Erst ab 2027 soll die angelaufene Elektroauto-Offensive ihre volle Wirkung entfalten.

Niedrigere Renditeziele

Auch bei den Margenerwartungen zeigt sich VW vorsichtiger. Gewinnspannen von mehr als zehn Prozent seien in China nicht mehr realistisch, sagte Brandstätter. Der Wettbewerb sei dafür inzwischen zu stark. Als Ziel nannte er nun eine Rendite von vier bis sechs Prozent bis zum Ende des Jahrzehnts. Mit steigenden Preisen oder einer Entspannung des Wettbewerbs rechnet er nicht.

Produktionskapazität sinkt in China und weltweit

Nach Angaben Brandstätters hat Volkswagen seine Produktionskapazitäten in China bereits reduziert. Seit 2023 seien technische Kapazitäten für rund 1,5 Millionen Fahrzeuge abgebaut worden. Fünf Werke wurden verkauft, geschlossen oder für andere Zwecke genutzt. Dazu zählt auch der umstrittene Standort Urumqi in der Region Xinjiang.

Auch weltweit will der Konzern seine Kapazitäten weiter zurückfahren. Vorstandschef Oliver Blume hatte im Manager Magazin angekündigt, die globale Produktionskapazität um weitere eine Million Fahrzeuge zu senken. Ziel seien langfristig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr. Das entspricht in etwa dem aktuellen Niveau, denn im vergangenen Jahr lieferte der Konzern weltweit 8,98 Millionen Fahrzeuge über alle Marken hinweg aus.

Kurzzeitig zurück an der Spitze in China

Im ersten Quartal war Volkswagen in China überraschend wieder zum Marktführer geworden. Zuvor lag der Konzern nur noch auf Rang drei hinter BYD und Geely. Ausschlaggebend waren vor allem Änderungen bei der Förderung von Elektroautos, unter denen heimische E-Auto-Hersteller litten.

VW geht allerdings nicht davon aus, diese Spitzenposition bis zum Jahresende halten zu können. Zuletzt hatte der Konzern betont, zumindest Platz drei in China verteidigen zu wollen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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