Nach seinem überzeugenden Auftritt auf dem Platz übernahm Jamal Musiala auch danach eine zentrale Rolle: In der Kabine legte er als DJ auf und sorgte für ausgelassene Stimmung, nachdem der FC Bayern erstmals seit sechs Jahren wieder das Finale des DFB-Pokals erreicht hatte. Auf den Final-Shirts der Münchner stand passend dazu in großen Buchstaben: „Guess Who’s Back“ – ergänzt durch Motive des Brandenburger Tors und des Berliner Olympiastadions.
2020 holte Bayern unter Hansi Flick Pokal, Meisterschaft und Champions League. Genau daran wollen die Münchner nun anknüpfen. Die Fans besangen bereits lautstark das große Ziel dieser Saison: Meistertitel, Pokalsieg und Triumph in Europa. Der Traum vom Triple lebt – und aktuell wirkt der Rekordmeister in bestechender Form.
Bayern mit Pressing auf Top-Niveau
Präsident Herbert Hainer zeigte sich nach dem Halbfinal-Erfolg in Leverkusen begeistert. In den Katakomben der BayArena sprach er von einer Mannschaft, die derzeit auf einem außergewöhnlich hohen Niveau spiele. Besonders hob er den starken Teamgeist, die körperliche Verfassung, die Spielfreude und das funktionierende System hervor.
Unter Trainer Vincent Kompany hat Bayern sein Spiel noch einmal weiterentwickelt. Vor allem das aggressive Pressing sorgt dafür, dass die Münchner ihre Gegner früh unter Druck setzen. Zusammen mit technischer Stärke und individueller Klasse ergibt das ein Gesamtpaket, das derzeit kaum zu stoppen scheint. Beim 2:0 im Pokal-Halbfinale gegen Bayer Leverkusen kontrollierte Bayern die Partie über weite Strecken und ließ den Gegner kaum zur Entfaltung kommen.
National scheint momentan kein Team auf diesem Niveau mithalten zu können. Auf internationaler Bühne gibt es nur wenige Mannschaften, die den Bayern gefährlich werden können. Eine davon wartet bereits in der kommenden Woche: Im Halbfinale der Champions League geht es gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain. Das Hinspiel steigt am Dienstag um 21.00 Uhr.
Eberl erwartet Fußball auf höchstem Niveau
Sportvorstand Max Eberl adelte die Mannschaft als herausragend und betonte, dass sie genau wisse, wie man große Spiele gewinne. Die beiden Duelle mit Paris, so seine Einschätzung, dürften ganz Europa begeistern. Auch Manuel Neuer sieht Bayern gut vorbereitet, obwohl er die Aufgabe als enorm anspruchsvoll einstuft.
Musiala findet immer besser zurück
Besonders erfreulich aus Sicht der Münchner ist die Entwicklung von Jamal Musiala. Nach seiner schweren Wadenverletzung und einer langen Pause kommt der Offensivkünstler zunehmend wieder in Rhythmus. Gegen Leverkusen bereitete er den Treffer von Harry Kane vor und sorgte mit mehreren Aktionen im Angriff für Gefahr. Kompany sieht bei ihm vor allem die wachsende Leichtigkeit im Spiel zurückkehren.
Noch mehr Verantwortung nach Gnabrys Ausfall
Auch im körperlichen Spiel zeigt sich Musiala wieder präsent. In Zweikämpfen hält er voll dagegen, geht konsequent hinein und arbeitete in Leverkusen auffällig stark nach hinten mit. Eberl lobte seinen Einsatz für die Mannschaft und betonte, dass ihm jede Partie und jede Minute auf dem Platz weiterhelfe.
Gerade in der entscheidenden Phase der Saison könnte Musiala zu einem der wichtigsten Faktoren im Titelrennen werden. Laut Eberl braucht Bayern ihn nun besonders in den großen Spielen.
Durch die Adduktorenverletzung von Serge Gnabry, die dessen Saisonaus bedeutet, wächst Musialas Bedeutung zusätzlich. Das gilt nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für die Nationalmannschaft. Bundestrainer Julian Nagelsmann dürfte genau beobachten, wie sich sein Offensivspieler mit Blick auf die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada weiter entwickelt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion