München wieder an der Spitze beim Sicherheitsranking der Piloten
Nach Einschätzung der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ist München erneut der sicherste Flughafen Deutschlands. Ausschlaggebend für die Rückkehr auf Platz eins ist demnach, dass die Lichtanlagen an den Zufahrten zu Start- und Landebahnen inzwischen dauerhaft betrieben werden.
Aus Sicht der Piloten sind die rund um die Uhr beleuchteten Stoppbalken im Boden ein zentrales Mittel, um Kollisionen zwischen Flugzeugen und anderen Fahrzeugen zu verhindern. Diese sogenannten Stopbars gelten als letzte Sicherheitsgrenze vor einer aktiven Piste. Nach den Vorgaben der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA sollen sie unabhängig von Wetterlage und Sichtverhältnissen ständig im Einsatz sein.
Weiteres Verbesserungspotenzial
VC-Experte Sven Graßmück, Leiter der Arbeitsgruppe Flughafensicherheit, kritisiert, dass zahlreiche Airports aus Kostengründen noch immer auf einen durchgehenden Betrieb verzichten. Dass dies auch anders möglich ist, zeigten laut VC die Flughäfen Zürich und Genf, wo Stopbars an allen Rollwegen bereits rund um die Uhr genutzt werden.
Als warnendes Beispiel verweist die Gewerkschaft auf das schwere Unglück Anfang 2024 am Flughafen Tokio-Haneda. Dort funktionierten die vorhandenen Stopp-Leisten zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes zweier Flugzeuge nicht. Fünf Menschen an Bord eines Flugzeugs der Küstenwache kamen dabei ums Leben, während Crew und Passagiere eines Airbus der Japan Airlines den Brand überlebten.
Deutsche Flughäfen grundsätzlich sicher
Im aktuellen Ranking fiel der bisherige Spitzenreiter Leipzig auf Rang zwei zurück. Insgesamt hält die Vereinigung Cockpit jedoch alle deutschen Flughäfen für ausreichend sicher, um Passagierflüge abzuwickeln. Für die Einhaltung und Überwachung internationaler Standards seien die zuständigen Behörden verantwortlich. Gleichzeitig betont die VC, dass beim Thema maximale Sicherheit fast immer noch Verbesserungen möglich seien.
Am unteren Ende der Tabelle liegt nun Rostock-Laage und verdrängt damit Lübeck vom letzten Platz. Kritikpunkt der Piloten in Rostock ist, dass sie dort nicht zu Sicherheitsbesprechungen eingeladen werden. In Lübeck sei dieser Wunsch inzwischen berücksichtigt worden.
Die Arbeitsgruppe der Vereinigung Cockpit überprüft seit 1978 jedes Jahr die Sicherheit deutscher Verkehrsflughäfen. Später wurden auch Regionalflughäfen in die Bewertung einbezogen. Seit 2024 wirken außerdem Fachleute aus der Schweiz an dem Sicherheitscheck mit.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber