Bayern

Wie der Donauausbau Extremwasser bremsen soll

Niedrigwasser bremst die Schifffahrt – jetzt soll der Donauausbau helfen. Warum der neue Verkehrsminister extra nach Niederbayern reiste.

03.08.2026, 16:22 Uhr

Donauausbau zwischen Deggendorf und Vilshofen soll im Herbst starten

Der Ausbau der Donau zwischen Deggendorf und Vilshofen soll im Herbst beginnen, erste vorbereitende Arbeiten laufen bereits. Der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) betonte bei einem Termin nahe Osterhofen im Landkreis Deggendorf die große Bedeutung des milliardenschweren Projekts – auch mit Blick auf das aktuelle Niedrigwasser.

Ziel des Vorhabens ist es, die Abladetiefe für Güterschiffe um 20 Zentimeter zu verbessern. Nach Angaben des Ministers könnten Schiffe dadurch bei niedrigen Wasserständen rund 200 Tonnen mehr Ladung transportieren. Die für die Schifffahrt wichtige Abladetiefe von 2,50 Metern soll künftig an etwa 200 Tagen im Jahr erreicht werden, bislang ist das nur an 144 Tagen möglich.

Hochwasserschutz im Fokus

Auch wenn wegen Hitze und Trockenheit derzeit vor allem das Niedrigwasser Thema ist, steht beim Donauausbau vor allem der Hochwasserschutz im Mittelpunkt. Künftig sollen die Kommunen entlang des Abschnitts gegen ein sogenanntes hundertjährliches Hochwasser abgesichert werden.

Der Start der Deichbauarbeiten ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen. Schon in diesem Herbst sollen zunächst an zwei Stellen Trinkwasserleitungen gesichert werden, an denen der künftige Deich diese kreuzt.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte, die Menschen in den Donaugemeinden warteten „sehnlichst“ auf den besseren Hochwasserschutz. Erst dann könne in den betroffenen Orten wieder gebaut werden. Bernreiter erinnerte in diesem Zusammenhang an das verheerende Hochwasser von 2013 im Raum Deggendorf.

Jahrzehntelanger Streit um den Ausbau

Der Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen war über viele Jahre hinweg heftig umstritten. Ursprünglich gab es Pläne für eine weitgehende Kanalisierung des Flusses. Umweltverbände stellten sich jedoch entschieden gegen zusätzliche Staustufen auf dem rund 69 Kilometer langen Abschnitt. Am Ende fiel die Entscheidung für einen naturnahen Ausbau ohne weitere Stauwerke.

Der erste Abschnitt zwischen Straubing und Deggendorf ist bereits seit längerer Zeit im Bau. Für das Gesamtprojekt werden einschließlich der Naturschutzmaßnahmen Kosten von rund zwei Milliarden Euro veranschlagt.

Der Bund Naturschutz forderte ergänzend weitere Maßnahmen über den Ausbau hinaus. Der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Deggendorf, Georg Kestel, erklärte, ein besserer Hochwasserschutz für die Menschen in der Region sei unstrittig und überfällig. Zugleich müsse aber auch der natürliche Wasserrückhalt im gesamten Einzugsgebiet der Donau gestärkt werden – etwa durch die Renaturierung von Mooren, Feuchtgebieten, Bächen und Auen. Das helfe sowohl gegen Dürren als auch zur Stabilisierung des Wasserstands der Donau in Trockenzeiten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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