Bayern

Tödlicher Buscrash: Das suchen Ermittler jetzt

Busdrama in Oberbayern: Ein Kind stirbt, viele werden verletzt. Jetzt läuft die Betreuung – und die brisante Suche nach dem Warum.

11.06.2026, 03:45 Uhr

Busunglück bei Hebertshausen: Ermittlungen laufen weiter

Nach dem tödlichen Busunglück in Oberbayern treibt die Polizei die Aufklärung der Ursache weiter voran. Nach aktuellem Stand schwebt keiner der Verletzten mehr in akuter Lebensgefahr. Die Unfallstelle bei Hebertshausen im Landkreis Dachau ist inzwischen geräumt.

Die beiden beteiligten Busse werden nun von Sachverständigen untersucht. Dabei soll unter anderem geklärt werden, ob technische Mängel zu dem Frontalzusammenstoß beigetragen haben könnten. Parallel dazu wurde ein unfallanalytisches Gutachten beauftragt, um den genauen Hergang der Kollision zu rekonstruieren. Bereits zuvor hatte die Staatsanwaltschaft München II ein weiteres Gutachten veranlasst, das sich auch mit der Geschwindigkeit der Fahrzeuge in der Kurve befassen soll. Mit belastbaren Ergebnissen rechnen die Ermittler erst in einigen Wochen.

Nach Angaben der Polizei geriet der Linienbus in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn und prallte dort mit dem Reisebus zusammen. Warum es dazu kam, ist bislang unklar. Hinweise darauf, dass einer der Fahrer durch überhöhte Geschwindigkeit den Unfall verursacht haben könnte, gibt es derzeit nicht. Auch statistisch gilt die Strecke laut Polizei nicht als besonderer Unfallschwerpunkt.

Freiwillige Schnelltests ergaben zudem, dass keiner der beiden Busfahrer alkoholisiert war. Darauf hatte Dachaus Landrat Stefan Löwl (CSU) hingewiesen. Auch aus Sicht der Polizei gibt es bislang keine Anzeichen für eine eingeschränkte Fahrtüchtigkeit.

Am Mittwochmittag waren auf der Staatsstraße bei Hebertshausen ein mit Grundschulkindern aus Haimhausen besetzter Reisebus und ein entgegenkommender Linienbus ohne Fahrgäste zusammengestoßen. Ein Schüler der zweiten Klasse starb noch an der Unfallstelle. Eine Lehrerin und zwei weitere Kinder wurden schwer verletzt, sind nach Polizeiangaben inzwischen aber nicht mehr in akuter Lebensgefahr. Zwei weitere Kinder erlitten mittelschwere Verletzungen. Zudem wurden 26 weitere Kinder sowie die beiden Busfahrer leicht verletzt.

Betreuung, Trauer und Hilfe in Haimhausen

Während mehrere Verletzte in Kliniken versorgt wurden, öffnete die Heimatgemeinde der betroffenen Grundschulkinder, Haimhausen, bereits am Mittwochabend die Kirche St. Nikolaus für Trauernde. Nach Angaben der katholischen Gemeindereferentin Mandy Adam kamen dort etwa 30 bis 40 Menschen zusammen. Es sei nur wenig gesprochen worden, manche hätten geweint, viele hätten still dagesessen. Gemeinsam sei das Vaterunser gebetet worden. Auch Adams evangelische Kollegin Mirjam Pfeiffer war vor Ort.

Adam sprach von großer Trauer und einem Schock für die ganze Gemeinde. In Haimhausen mit seinen rund 5.600 Einwohnerinnen und Einwohnern kenne fast jeder jemanden, dessen Kind in dem Bus saß. Viele Väter seien zudem bei der Freiwilligen Feuerwehr und selbst im Einsatz gewesen. Für viele Menschen gehe es deshalb zunächst nicht um Antworten auf die Frage nach dem Warum, sondern um einen Ort, an dem sie gemeinsam Kerzen anzünden und das Unfassbare miteinander aushalten können.

Auch an der betroffenen Grundschule steht die Betreuung der Kinder, ihrer Familien und der gesamten Schulgemeinschaft im Mittelpunkt. Nach Angaben der Schule wird dafür mit geschulten Fachkräften und den zuständigen Dienststellen zusammengearbeitet. Bei Bedarf sollen umfangreiche Hilfsangebote bereitgestellt werden. Unterstützung gibt es zudem für Angehörige des getöteten Kindes, für Verletzte und auch für die eingesetzten Rettungskräfte. Am Unfallort wurden außerdem Blumen und Kerzen niedergelegt.

Bestürzung und Dank an Einsatzkräfte

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) sprach von einer kaum fassbaren Tragödie. Den Angehörigen des verstorbenen Kindes sprach sie ihr Mitgefühl aus, den Verletzten wünschte sie eine schnelle Genesung. Zugleich dankte sie den zahlreichen Helferinnen und Helfern vor Ort.

Auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich bestürzt. Er erklärte, die Gedanken seien bei den Angehörigen der Opfer, zugleich werde für die Genesung der Verletzten gebetet. Den Rettungskräften und der Polizei dankte er ebenso wie Ärzten und Pflegekräften in den Krankenhäusern für ihren schnellen und engagierten Einsatz.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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