Bayern

Tigermücke erobert Bayern – Ministerin schlägt Alarm

Gefährliche Stiche in Bayern? Warum die Tigermücke diesen Sommer zum Problem werden könnte – und was jetzt hilft.

29.05.2026, 04:30 Uhr

Gerlach warnt vor Ausbreitung der Tigermücke in Bayern

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach sieht in den kommenden Sommermonaten ein wachsendes Risiko durch die Asiatische Tigermücke. Nach Angaben der CSU-Politikerin bringen klimatische Veränderungen wie steigende Temperaturen neue Gefahren für die Gesundheit mit sich. Dazu zählten auch invasive Mückenarten, die tropische und subtropische Krankheiten übertragen könnten. Deshalb werde in Bayern genau beobachtet, in welchen Regionen sich die Tigermücke weiter verbreitet.

Nach Einschätzung des Ministeriums ist das Risiko, dass die Asiatische Tigermücke in Bayern derzeit Dengue- oder Chikungunya-Viren überträgt, noch sehr niedrig. Die Erreger seien im Freistaat bislang nicht heimisch. Bekannt geworden seien Infektionen bisher nur bei Menschen, die sich im Ausland angesteckt hätten.

Bei Beschwerden nach Mückenstichen zum Arzt

Trotzdem empfiehlt das Gesundheitsministerium, nach einem Mückenstich aufmerksam auf mögliche Beschwerden zu achten. Wer Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, starke Kopfschmerzen oder ausgeprägte Erschöpfung bemerke, solle ärztlichen Rat einholen.

Das bayernweite Monitoring von Stechmücken wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) koordiniert.

Nachweise in 13 Landkreisen

Im vergangenen Jahr wurden dem LGL aus 13 Landkreisen Funde der Asiatischen Tigermücke gemeldet. Bereits bekannte Vorkommen gab es in München, Fürth und Würzburg. Neu hinzugekommen seien Populationen in den Landkreisen Forchheim und Wunsiedel sowie in Nürnberg. Zurzeit werde untersucht, ob diese Bestände den Winter überstanden haben. Weitere Meldungen betrafen lediglich einzelne Tiere.

Für das laufende Jahr liegen dem Ministerium bislang noch keine neuen Nachweise vor. In den Sommermonaten werde jedoch mit weiteren Funden gerechnet. Gerlach betonte, auch Städte und Landkreise ohne bisherige Nachweise sollten sich frühzeitig mit dem Thema befassen, um mögliche Bestände schnell eindämmen zu können.

Geplant ist, rund 30 Stechmückenfallen des LGL im Landkreis Rosenheim sowie in den Städten Memmingen und Passau aufzustellen. Zudem haben mehrere Kommunen bereits eigene Überwachungsmaßnahmen gestartet. So geht die Stadt Fürth mit Unterstützung eines Dienstleisters gegen eine lokale Population der Tigermücke vor.

Bevölkerung kann zur Eindämmung beitragen

Nach Angaben des Ministeriums kann auch die Bevölkerung helfen, die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke zu bremsen. Wichtig sei es, stehendes Wasser im Außenbereich zu vermeiden und Regentonnen oder andere Wasserbehälter abzudecken. Vogeltränken und ähnliche Gefäße sollten einmal pro Woche geleert und gründlich ausgewischt werden, da die Mücke ihre Eier bevorzugt in kleinen Wasseransammlungen ablegt.

Auffällige Mückenfunde sollten zur genauen Bestimmung an das LGL geschickt werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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