Rothenburg verzichtet auf Landesausstellung 2028 aus Kostengründen
Rothenburg ob der Tauber wird die bayerische Landesausstellung im Jahr 2028 doch nicht ausrichten. Als Grund nannte Bürgermeister Peter Wack die schwierige finanzielle Situation der Stadt. Diese werde sich nach Einschätzung der Kommune auf absehbare Zeit nicht wesentlich entspannen. Zwar hätte man die Ausstellung gerne nach Rothenburg geholt, sagte der CSU-Politiker, doch für die Stadt hätte das Vorhaben ein Minus von etwa 700.000 Euro bedeutet. Der Stadtrat habe sich die Entscheidung nach seinen Worten nicht leicht gemacht.
Auch die Zweite Bürgermeisterin Michaela Ebner (SPD) stellte klar, dass die Absage kein Votum gegen kulturelle Projekte sei. Vielmehr gehe es derzeit darum, die bestehenden Vereine und Organisationen in der Stadt zu unterstützen. Eine Haushaltssperre zu riskieren, sei aus ihrer Sicht nicht vertretbar.
Neues Konzept für 2028 soll nach der Sommerpause vorgestellt werden
Mehrere Medien hatten bereits zuvor über den Rückzug Rothenburgs berichtet. Die für 2028 geplante Landesausstellung sollte sich mit dem Alltag von Kindern im Mittelalter befassen. Ein entsprechender Vertrag war erst 2024 geschlossen worden.
Organisiert werden die bayerischen Landesausstellungen traditionell vom Haus der Bayerischen Geschichte. Dort reagierte man bedauernd auf die Entscheidung der Stadt. Ein Sprecher erklärte, die geplante Schau wäre besonders für Familien etwas Außergewöhnliches geworden. Wegen der bereits seit Längerem laufenden Diskussionen komme die Absage jedoch nicht überraschend. Zugleich werde bereits an einem neuen Projekt für die Landesausstellung 2028 gearbeitet. Die Vorstellung soll nach der Sommerpause erfolgen.
Die diesjährige Landesausstellung findet derzeit in Freyung in Niederbayern statt und steht unter dem Titel „Musik in Bayern“. Für das kommende Jahr ist in Ursberg im Landkreis Günzburg eine Ausstellung über mutige und entschlossene Frauen der bayerischen Geschichte geplant.
Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach in Mittelfranken zählt zu den international bekannten Reisezielen in Bayern. Nach Angaben von Bürgermeister Wack besuchen jedes Jahr bis zu zwei Millionen Tagestouristen die Stadt, vor allem wegen ihrer historischen Altstadt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber