Bayern

Rätsel um tödlichen Absturz am Jubiläumsgrat gelöst?

Drama an der Zugspitze: Ein 68-jähriger Bergsteiger wird vermisst – bis andere Alpinisten eine grausige Entdeckung machen.

03.08.2026, 12:48 Uhr

Nach dem tödlichen Sturz eines 68-jährigen Bergsteigers auf dem Jubiläumsgrat an der Zugspitze gehen die Ermittler derzeit von einem Unglück aus. Nach Angaben der Alpinpolizei gibt es keine Anzeichen für ein Fremdverschulden oder die Mitwirkung anderer Personen. Obwohl keine unmittelbaren Zeugen des Vorfalls gefunden wurden, sprechen die bisherigen Erkenntnisse für einen Alleinunfall. Der Mann aus dem Landkreis Esslingen in Baden-Württemberg war am Freitag auf der anspruchsvollen Gratüberschreitung von der Zugspitze in Richtung Alpspitze verunglückt.

Nachdem Angehörige den 68-Jährigen am Samstagvormittag als vermisst gemeldet hatten, leitete die Polizei eine Suche ein. Zunächst wurde sein Auto entdeckt, sein Mobiltelefon ließ sich jedoch nicht orten. Die Einsatzkräfte betonten, wie schwierig Suchaktionen im alpinen Gelände sind. Ein Kilometer in den Bergen sei mit einem Kilometer im Flachland nicht vergleichbar, erklärte ein Polizeibergführer. Vor allem zahlreiche Rinnen und Geröllbänder erschwerten die Absuche erheblich.

Am Sonntag fanden schließlich zwei Bergsteiger den leblosen Mann zwischen der Biwakschachtel und der Vollkarspitze, rund 50 Höhenmeter unterhalb des Grats. Ein Polizeihubschrauber befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in unmittelbarer Nähe. Kurz nach dem Hinweis der beiden Alpinisten erreichten die Einsatzkräfte die Stelle. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod des Vermissten feststellen.

Anspruchsvolle Route in ausgesetztem Gelände

Der Jubiläumsgrat zählt zu den schwierigsten Bergtouren in der Region. Die Route führt von der Zugspitze auf 2.962 Metern über den Hochblassen bis zur Alpspitze. Zwar sind einzelne Passagen mit Drahtseilen gesichert, große Teile des Grats verlaufen jedoch ungesichert und ausgesetzt. Selbst sehr erfahrene und konditionsstarke Bergsteiger benötigen für die Tour ohne längere Pausen etwa neun Stunden.

Die unter Alpinisten als „Jubigrat“ bekannte Überschreitung gilt als landschaftlich beeindruckend und technisch fordernd. Sie bewegt sich stellenweise im dritten Schwierigkeitsgrad und ist nur für geübte Bergsteiger geeignet. Dennoch wagen sich wegen der bequemen Erreichbarkeit per Seilbahn und der Popularität in sozialen Netzwerken immer häufiger auch weniger erfahrene Menschen an die Route. Der Deutsche Alpenverein warnt deshalb seit Längerem vor einer Unterschätzung der Tour. Gerade im Sommer müsse die Bergwacht regelmäßig Erschöpfte oder Überforderte vom Grat retten. Erforderlich seien alpine Erfahrung, sicheres Bewegen in brüchigem Fels und auf losem Geröll sowie die Ausdauer für viele Stunden konzentrierten Gehens in absturzgefährdetem Gelände.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen