Bayern

Nach Zoff: Wiesn-Aufbau startet

Nach dem Zelt-Zoff beginnt der Wiesn-Aufbau: So wird Münchens Mega-Baustelle zur Oktoberfest-Stadt – das müssen Besucher wissen.

29.06.2026, 04:30 Uhr

Aufbau für das Oktoberfest hat begonnen

Nach Wochen der Unsicherheit können die Vorbereitungen für das Oktoberfest jetzt wie geplant anlaufen. Knapp ein Vierteljahr vor dem Anstich haben auf der Theresienwiese die Bauarbeiten begonnen. Lastwagen, Kräne und weitere Maschinen sind bereits im Einsatz. Seitdem gilt das Gelände offiziell als Baustelle.

Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) zeigte sich erleichtert: „Da haben wir ein bisserl geschwitzt“, sagte er mit Blick auf die jüngsten Turbulenzen. Die Theresienwiese sei nun die größte temporäre Baustelle Europas.

Streit um zwei große Festzelte beigelegt

Kurz vor dem Start der Aufbauarbeiten hatte ein juristischer Konflikt für Unruhe gesorgt. Wirt Alexander Egger will gerichtlich durchsetzen, dass die Vergabe des Schottenhamel-Zelts und des Paulaner-Festzelts nach europäischem Vergaberecht erfolgen muss.

Mit einem Eilantrag beim Bayerischen Obersten Landesgericht wollte er erreichen, dass beide Zelte bis zu einer Entscheidung im Hauptverfahren nicht errichtet werden dürfen.

Das Gericht wies den Antrag jedoch bereits vor rund eineinhalb Wochen zurück. Damit konnten Stadt und Wirte aufatmen. Andernfalls hätten ausgerechnet zwei zentrale Flächen leer bleiben können. Besonders brisant war das, weil das Oktoberfest traditionell im Schottenhamel eröffnet wird. Inzwischen wurden auch die noch offenen Verträge für diese beiden Festzelte abgeschlossen.

Unter dem Kies liegen die Versorgungsleitungen

Auf dem Gelände wird nun gehämmert, geschraubt und gegraben. Unter der Kiesfläche müssen Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas freigelegt werden. Nach dem Oktoberfest werden sie wieder unter Kies verborgen.

Die Theresienwiese dient außerhalb der Wiesn schließlich auch anderen Zwecken, etwa Veranstaltungen wie dem Winter-Tollwood oder als Freizeitfläche zum Radfahren, Skaten und Entspannen. Auch die Küchenbereiche der großen Zelte entstehen jedes Jahr neu: Sie werden eigens betoniert und nach dem Fest wieder zurückgebaut.

Gewaltige logistische Leistung

Laut Scharpf sind Umfang und Organisation des Aufbaus außergewöhnlich. Innerhalb von nur zwölf Wochen entstehen 14 große und 21 kleinere Festzelte. Auf der Oidn Wiesn kommen noch drei weitere Festzelte hinzu. Der Wiesnchef sprach von „wahren Bierburgen“.

Ab Ende August werden außerdem die großen Fahrgeschäfte aufgebaut, darunter Hochfahrgeschäfte, das Riesenrad und Wasserbahnen. Anfang September folgen dann Rundfahrgeschäfte, Autoscooter und viele weitere Attraktionen. Für Scharpf ist der Aufbau des größten Volksfestes der Welt jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende logistische Meisterleistung.

Einschränkungen für Fußgänger und Radfahrer

Für die Münchner Bevölkerung bringt die Bauphase auch Einschränkungen mit sich. Wie die Stadt mitteilt, kann die Theresienwiese in den kommenden Wochen von Fußgängern und Radfahrern nur eingeschränkt oder teilweise gar nicht überquert werden. Umwege sind damit einzuplanen.

Das Betreten der Baustellenbereiche ist aus Sicherheitsgründen verboten.

Eröffnung im September

Am 19. September heißt es wieder „Ozapft is“ – für Nicht-Bayern: Das erste Bierfass wird angezapft. Dieses traditionsreiche Ritual übernimmt in diesem Jahr erstmals Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne).

Dann verwandelt sich die Theresienwiese erneut in eine kleine Stadt aus Bierburgen mit Tausenden Plätzen, Großküchen, Buden und Fahrgeschäften. Kaum vorstellbar für viele Besucher: All das steht nur für gut zwei Wochen. Das diesjährige Oktoberfest dauert bis zum 4. Oktober.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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