BGH hebt Urteil nach mutmaßlichem Auftragsmord in Mittelfranken auf
Ein Fall um einen mutmaßlichen Auftragsmord an einem Manager einer Sportmodemarke in einem Wohngebiet in Mittelfranken muss erneut vor dem Landgericht Ansbach verhandelt werden. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hat das bisherige Urteil aufgehoben. Das Landgericht hatte einen Türken Ende 2025 zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Gegen diese Entscheidung hatte der Mann Revision eingelegt.
Nach den bisherigen Feststellungen soll der damals 26-Jährige, der zuletzt im Breisgau lebte, das Opfer im Februar 2025 morgens vor dessen Wohnung in Heilsbronn abgefangen und mit einem Messer gezielt am Hals sowie am Oberkörper verletzt haben. Beide Stiche waren lebensgefährlich. Der damals 40 Jahre alte Manager konnte nach dem Angriff noch mit seinem Handy den Notruf wählen und überlebte.
Fall geht an andere Strafkammer zurück
Nach Auffassung des BGH gibt es beim Schuldspruch keinen Rechtsfehler zulasten des Angeklagten. Allerdings sehen die Karlsruher Richter einen möglichen Fehler bei der Strafzumessung. Deshalb muss nun eine andere Strafkammer des Landgerichts Ansbach den Fall erneut verhandeln.
Wann der neue Prozess beginnt, ist laut Landgericht derzeit noch offen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin wird es aber wohl keine umfangreiche neue Beweisaufnahme geben, weil der Tathergang und die rechtliche Einordnung durch den bestätigten Schuldspruch bereits feststehen.
Hintergründe weiter ungeklärt
Nach Einschätzung des Landgerichts hatte der Angeklagte den Auftrag aus Geldnot angenommen. Er und ein mutmaßlicher Komplize sollten demnach 50.000 Euro für die Tat erhalten. Der Komplize soll ihm bei dem Angriff und der anschließenden Flucht geholfen haben.
Die Hintergründe des mutmaßlichen Auftragsmords blieben im Prozess jedoch ungeklärt. Die Ermittler vermuteten einen Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Opfers. Der Mann war ein führender Manager einer bekannten Sportmodemarke mit Sitz in Ansbach, die unter anderem in der Türkei produziert und dort auch eine Niederlassung hat.
Nach dem Angriff flüchtete der 26-Jährige über Frankreich nach Großbritannien. Dort wurde er schließlich von der Polizei festgenommen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber