Bayern

Jetzt frei: Bartgeier Alosa und Zierli

Zwei neue Bartgeier starten in Bayerns Alpen – und könnten schon bald von ihren älteren Artgenossen Überraschendes lernen.

24.06.2026, 14:08 Uhr

Zwei weitere Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden freigelassen

Im Nationalpark Berchtesgaden sind mit Alosa und Zierli zwei weitere Bartgeier ausgewildert worden. LBV und Nationalpark zeigten sich erfreut darüber, dass die bedrohten Großvögel nun wieder in den deutschen Alpen zu sehen sind – rund 140 Jahre nach ihrer Ausrottung durch den Menschen. Die Tiere wurden dazu in ihre Auswilderungsnische im Klausbachtal gebracht.

Nationalparkleiter Roland Baier sprach von einem wichtigen Schritt für die Rückkehr der Art: Mit inzwischen zwölf erfolgreich ausgewilderten Bartgeiern sei man auf einem guten Weg, den bedeutenden Aasfresser dauerhaft wieder in der heimischen Bergwelt anzusiedeln. Schon jetzt kehre ein großer Teil der Vögel nach weiten Flügen durch den Alpenraum immer wieder nach Berchtesgaden zurück.

Junge Vögel bereiten sich auf den ersten Flug vor

Daher gilt es als wahrscheinlich, dass auch die beiden Neuzugänge früher oder später auf bereits freigelassene Bartgeier treffen. Zunächst bleiben Alosa und Zierli jedoch noch in der Felsnische, wo sie in den kommenden Wochen ihre Flugmuskulatur aufbauen sollen. Dort werden sie versorgt und genau beobachtet, ohne direkten Kontakt zu Menschen zu haben.

Projektleiter Ulrich Brendel erklärte, dass erfahrungsgemäß nach etwa drei Wochen mit dem ersten eigenständigen Flug aus der Nische zu rechnen sei. Im Verlauf des Sommers eigneten sich die Jungvögel dann alle wichtigen Fähigkeiten an – auch ohne Eltern. Möglich sei aber, dass ältere Bartgeier vorbeikommen und ihnen beim Verhalten in der Luft oder an Futterstellen Orientierung geben.

Seit 2021 jährlich zwei Jungtiere

Seit dem Jahr 2021 werden jedes Jahr zwei junge Bartgeier im Nationalpark Berchtesgaden freigelassen, um die in den Ostalpen verschwundene Art wieder heimisch zu machen. Die bisherigen Tiere stammten aus Spanien, Finnland und Österreich.

Das Weibchen Alosa kommt diesmal aus dem französischen Zuchtzentrum Asters. Zierli schlüpfte ebenfalls am 20. März im belgischen Tierpark Pairi Daiza und wurde anschließend an den französischen Zoo Beauval übergeben. Welches Geschlecht Zierli hat, ist derzeit noch nicht bekannt.

Beobachtung per Webcam und GPS

Wer die beiden Jungvögel bis zu ihrem ersten Ausflug verfolgen möchte, kann dies wie in den Vorjahren über eine Webcam tun. Auch ihre späteren Wanderungen lassen sich dank GPS-Sendern auf der Internetseite des LBV mitverfolgen. Die Spannweite der Bartgeier kann dabei bis zu 2,90 Meter erreichen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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