Bayern

Gewalt-Eklat beim «Schanzenfest» um «Drachenlord»

Wieder Chaos um den Drachenlord: Trotz Verbots pilgern Tausende nach Altschauerberg – jetzt zieht die Polizei Bilanz.

08.08.2026, 20:53 Uhr

Der Konflikt um den YouTuber „Drachenlord“ sorgt in einem kleinen Ort in Mittelfranken seit Jahren für Unruhe. Trotz eines Verbots kamen nun erneut Tausende Menschen nach Emskirchen in Bayern, dem früheren Wohnort des Internetvideoproduzenten. Die Polizei berichtete von einer aggressiven Stimmung, gewaltsamen Vorfällen und mehreren Festnahmen.

Tausende beim sogenannten Schanzenfest

Nach Angaben der Polizei hielten sich am Samstag zeitweise rund 3.500 Menschen am Rand des Ortsteils Altschauerberg auf, wo sie sich zum sogenannten Schanzenfest versammelten. Den Einsatzkräften gelang es demnach, ein Vordringen der Teilnehmer in den Ort selbst zu verhindern. Dabei kam es laut Polizei zu Beleidigungen und Angriffen auf die Beamten.

Polizei meldet aggressive Stimmung

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden Böller auf Polizeipferde geworfen. In diesem Zusammenhang seien einzelne Personen festgenommen worden. Auch in nahegelegenen Waldstücken hätten Teilnehmer Feuerwerkskörper gezündet. Insgesamt sei die Lage von einer „sehr aggressiven Grundstimmung“ geprägt gewesen. Gegen 16.15 Uhr habe der Großteil der Anwesenden den Bereich wieder verlassen.

Bereits im August 2025 waren wegen des Streits um den „Drachenlord“ Tausende Menschen in den Ort gekommen. Damals sprach die Polizei von bis zu 4.000 Teilnehmern in der Spitze. Deshalb hatte die Behörde in diesem Jahr im Vorfeld eine Allgemeinverfügung verlängert, die unter anderem Ansammlungen von mehr als acht Personen untersagte. Verhindern ließ sich das Treffen dennoch nicht.

Jahrelanger Konflikt im Internet und vor Ort

Zwischen dem YouTuber, der regelmäßig Videos aus seinem Leben veröffentlichte, und seinen Gegnern schwelt seit Jahren ein heftiger Streit. In seinen Videos fiel er immer wieder durch provokante und teils extreme Äußerungen auf.

Die Polizei musste deshalb über lange Zeit häufig mehrmals täglich nach Altschauerberg ausrücken – unter anderem wegen Ruhestörungen, Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und weiterer Vorfälle. Auch in der Vergangenheit hatte es bereits sogenannte Schanzenfeste gegeben, zu denen zahlreiche Menschen in den Ort kamen. Das frühere Wohnhaus des YouTubers ist inzwischen verkauft, er selbst ist weggezogen.

Mehrere seiner Gegner wurden in den vergangenen Jahren bereits wegen Straftaten gegen den Videoblogger verurteilt oder wegen Ordnungswidrigkeiten belangt. Doch auch der „Drachenlord“ selbst geriet im Verlauf der Auseinandersetzungen mehrfach gewaltsam in Erscheinung und musste sich deshalb vor Gericht verantworten. Im Jahr 2022 verurteilte ihn das Landgericht Nürnberg-Fürth zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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