Bayern

Brenner-Sperre: Droht jetzt der Mega-Stau?

Brenner-Sperre droht im Mega-Chaos zu enden: BRK auf Motorrädern, Wasser für Gestrandete – Polizei fährt Großalarm.

29.05.2026, 13:56 Uhr

BRK bereitet sich auf Verkehrschaos wegen Brenner-Sperre vor

Angesichts der bevorstehenden Sperrung der Brennerautobahn hat das Bayerische Rote Kreuz die Alarmstufe 1 ausgerufen. Die BRK-Kreisverbände in Rosenheim, Traunstein und Miesbach stellen sich damit auf unterschiedliche Entwicklungen bei möglichen massiven Verkehrsbehinderungen ein.

Dabei geht es nicht nur um klassische Rettungseinsätze. Auch Angebote ohne Martinshorn könnten unter langen Staus leiden, etwa der Hausnotruf, „Essen auf Rädern“ oder die ambulante Pflege.

Bereits am Freitagmittag staute sich der Verkehr auf der A93 in Fahrtrichtung Süden vom Inntaldreieck bis vor den Grenzübergang Kiefersfelden. Nach Angaben des ADAC erreichte der Stau eine Länge von rund 13 Kilometern, verbunden mit etwa einer Stunde Verzögerung.

Hilfe für Reisende im Stau möglich

Sollte es am Samstag während der Brenner-Sperre zu den erwarteten extremen Verkehrsstaus kommen, könnte auch die Versorgung festsitzender Autofahrer notwendig werden. Das BRK hält dafür unter anderem Motorräder bereit, die selbst bei dichtem Verkehr noch vergleichsweise gut vorankommen.

Die Situation werde laufend beobachtet und neu bewertet, erklärte das BRK. Weitere Schritte würden bei Bedarf gemeinsam mit den zuständigen Katastrophenschutzbehörden abgestimmt.

Die ausgerufene Alarmstufe 1 ist die niedrigste von insgesamt drei Stufen. Sie beinhaltet unter anderem die Kontrolle von Alarmierungswegen, Materialbeständen und der Erreichbarkeit einzelner Einheiten.

ADAC und Polizei verstärken ihren Einsatz

Auch Polizei und ADAC haben zusätzliche Maßnahmen vorbereitet. Der ADAC Südbayern begleitet den Reisetag mit einem Team von Stauberatern, um die Lage möglichst genau zu beobachten und aktuell einzuschätzen. Im Einsatz sind drei Berater auf Motorrädern, ein Fahrzeug zur Koordination sowie ein Beobachtungsflugzeug.

Vor der Sperrung der Brennerautobahn
Die wichtigste Nord-Süd-Strecke ist am 30. Mai acht Stunden unpassierbar. (Archivbild) Quelle: Sven Hoppe/dpa

Anders als bei gewöhnlichen Staus dürften Empfehlungen für Ausweichstrecken diesmal allerdings kaum helfen. Wegen geltender Abfahrverbote müssten viele Reisende im Stau ausharren, teilte der ADAC mit. Die Stauberater führen deshalb nicht nur Wasser mit, sondern auch Spielzeug für Kinder.

Die Polizei in Südbayern hat ihre Kräfte ebenfalls aufgestockt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ist man mit maximal möglicher Personalstärke im Einsatz. Vorrang habe, den Verkehr am Laufen zu halten und vor allem die Rettungsgasse freizuhalten, damit Einsatzkräfte im Notfall schnell an den Ort des Geschehens gelangen können.

Nach Einschätzung der Polizei handelt es sich um den größten Verkehrseinsatz seit Bestehen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.

Demonstration ist Anlass für Sperre

Hintergrund der Sperrung ist eine Demonstration im Wipptal. Die rund 15.000 Einwohnerinnen und Einwohner der Region wollen damit gegen Lärm, Feinstaub und weitere Belastungen protestieren, die durch den stetig zunehmenden Verkehr verursacht werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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