Protest am Brenner: Achtstündige Sperre soll Zeichen gegen Transitverkehr setzen
Mit einer mehrstündigen Blockade des Brennerpasses wollen Demonstrierende auf die starke Verkehrsbelastung im Alpenraum aufmerksam machen. Für die Kundgebung ist gegen Mittag ein Treffen bei Matrei auf österreichischer Seite der Brennerautobahn geplant. In der Folge wird der gesamte Brenner-Korridor einschließlich der Ausweich- und Nebenstraßen für mindestens acht Stunden für den Transitverkehr gesperrt.
Behörden und Einsatzkräfte rechnen bereits weit vor dem Brenner mit erheblichen Problemen auf den Straßen. Auch in Bayern laufen Vorbereitungen für mögliche Staus: Das Bayerische Rote Kreuz stellt sich auf Einsätze zwischen Rosenheim und der Grenze zu Österreich ein. Bei Bedarf sollen Helfer auf Motorrädern gestrandete Autofahrer im Stau unter anderem mit Wasser versorgen.
Die Polizei in Südbayern hat ihre Kräfte verstärkt. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd ist so viel Personal wie möglich im Einsatz. Vorrang habe, den Verkehr so gut wie möglich in Bewegung zu halten und vor allem Rettungsgassen freizuhalten, damit Einsatzkräfte im Notfall schnell vorankommen. Laut Polizei handelt es sich um den umfangreichsten Verkehrseinsatz seit Bestehen des Präsidiums.
Polizei rät zu großräumiger Umfahrung Tirols
Reisenden wird empfohlen, Tirol am Samstag nach Möglichkeit weiträumig zu meiden. Wie stark sich die Sperre tatsächlich auf die Verkehrslage auswirken wird, lasse sich im Vorfeld jedoch nicht verlässlich vorhersagen. Am Tag vor der geplanten Blockade blieb es auf der Brenner-Route noch ohne größere Behinderungen.

Ausgelöst wurde die Demonstration vom Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner, Karl Mühlsteiger. Er will damit nach eigenen Worten ein deutliches Signal setzen, dass die rund 15.000 Menschen in der Brenner-Region die seit Jahren zunehmende Verkehrsflut nicht länger akzeptieren wollen. Als Folgen nennt er vor allem gesundheitliche Belastungen durch Lärm und Feinstaub.
Zudem fordert Mühlsteiger, dass bestehende Fahrverbote für Lastwagen in der Nacht sowie an Wochenenden und Feiertagen nicht gelockert werden. Darüber hinaus spricht er sich für den Bau moderner Lärmschutzwände aus.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion