Bayern

Bavaria Film vor Schock-Spaltung

Schock für die Bavaria Film: Der Kult-Konzern soll zerlegt werden - Chef Franckenstein spricht von einer Zeitenwende.

22.05.2026, 16:52 Uhr

Bavaria Film trennt Produktion und Immobiliengeschäft

Die traditionsreiche Bavaria Film in Grünwald bei München stellt sich neu auf und wird künftig in zwei Bereiche aufgespalten. Geplant ist eine Trennung in eine Produktionsgesellschaft sowie eine eigenständige Immobilienfirma, für die auch externe Geldgeber gewonnen werden sollen. Das sagte Geschäftsführer Christian Franckenstein der Süddeutschen Zeitung.

Nach seinen Angaben soll ein Unternehmen künftig das komplette Produktionsgeschäft übernehmen, während der andere Teil für die Immobilien sowie den laufenden Studiobetrieb auf dem Gelände zuständig sein wird.

Filmstandort mit langer Geschichte

Auf dem Areal wird bereits seit 1919 gedreht, dem Gründungsjahr des Vorgängerunternehmens Münchner Lichtspielkunst. In den 1950er Jahren kam zusätzlich die Fernsehproduktion hinzu. Der Standort in Geiselgasteig trägt sogar eine eigene Adresse: Bavariafilmplatz 7.

Wirtschaftlich lief das vergangene Jahr zwar mit einem Umsatz von 308 Millionen Euro solide, unter dem Strich blieb laut Franckenstein jedoch nur ein vergleichsweise geringer Nettogewinn von acht Millionen Euro.

Eigentümer stimmen der Neuordnung zu

An der Bavaria Film sind die öffentlich-rechtlichen Sender BR, WDR, SWR und MDR sowie der Freistaat Bayern beteiligt. Die zuständigen Gremien haben der geplanten Aufteilung laut Franckenstein bereits zugestimmt.

Der Geschäftsführer sprach von einem tiefgreifenden Einschnitt: Die bisherige Struktur der Bavaria Film werde damit beendet.

Medienstandort soll erhalten bleiben

Trotz der Neuordnung soll das rund 28 Hektar große Gelände überwiegend weiterhin als Standort für Film- und Fernsehproduktionen bestehen bleiben. Ein Teil des Areals ist zudem als Bavaria Filmstadt seit Jahren ein beliebtes Ausflugsziel. Besucher können dort Kulissen und Requisiten bekannter Produktionen besichtigen.

Zu den bekanntesten Attraktionen zählt der Nachbau eines U-Boots, in dem Wolfgang Petersen 1981 Szenen seines Films Das Boot realisierte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

Zurück zur Startseite →
Kommentare 0
Hinterlassen Sie Ihren Kommentar

TOP Neueste Meldungen