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Vor Gericht: Überfall auf Geldtransporter, Polizeiwagen weg

Spektakuläre Flucht eines Maskierten: Nach dem Geldtransporter-Coup bricht er in ein Autohaus ein – und klaut 2 Polizeiwagen.

11.05.2026, 03:30 Uhr

Knapp elf Monate nach dem Überfall auf einen Geldtransporter in Franken und der anschließenden Flucht quer durch Bayern und Baden-Württemberg hat vor dem Landgericht Schweinfurt der Prozess gegen einen 40-Jährigen begonnen. Die Anklage legt ihm unter anderem schwere räuberische Erpressung, räuberischen Diebstahl, besonders schweren Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last. Bis Ende Mai sind vier weitere Verhandlungstage vorgesehen.

Zum Auftakt äußerte sich der Angeklagte selbst zu den Vorwürfen. Nach seinen Angaben habe er niemanden überfallen wollen. Stattdessen habe er sich von Mitarbeitern des Geldtransportunternehmens bedroht gefühlt, einem Beschäftigten die Waffe abgenommen und anschließend die Flucht ergriffen.

Überfall auf Geldtransporter gescheitert

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft griff der Mann am 20. Juni 2025 maskiert vor einer Bank in Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt einen Geldtransporter an. In dem Fahrzeug sollen sich zu diesem Zeitpunkt rund drei Millionen Euro befunden haben.

Dabei soll er einem Mitarbeiter des Werttransportunternehmens die Schusswaffe geraubt haben. Der Überfall scheiterte jedoch, weil die Fahrerin des Transporters schnell reagierte und mit dem Fahrzeug davonfuhr.

Einbruch in Autohaus und Flucht vor der Polizei

Im Anschluss soll der 40-Jährige nach Baden-Württemberg gefahren sein. Einen Tag später soll er in Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis in ein Autohaus eingebrochen und dort Geld gestohlen haben. Als die Polizei eintraf, soll er mit einem Fahrzeug geflüchtet sein. Dieser Schilderung widersprach der Angeklagte nicht.

Danach soll der Verdächtige im Grenzgebiet zwischen Bayern und Baden-Württemberg gleich zweimal von Polizeistreifen gestellt worden sein. Laut Anklage gelang es ihm in beiden Fällen, die Beamten mit Tricks und erheblicher Gewalt um ihre Einsatzwagen zu bringen und seine Flucht fortzusetzen.

Die Polizisten schossen den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge mehrfach auf den Mann, konnten ihn aber zunächst nicht stoppen. Erst nach einer Verfolgungsjagd wurde der 40-Jährige schließlich in Walldürn festgenommen.

Auch Schuldfähigkeit ist Thema im Prozess

Der Mann, dem auch Straftaten in anderen Ländern zugeschrieben werden, kam zunächst in Untersuchungshaft. Wegen Hinweisen auf psychische Auffälligkeiten wurde er später in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Im Prozess soll nun auch geklärt werden, ob seine Schuldfähigkeit zum Zeitpunkt der Taten eingeschränkt oder sogar aufgehoben war. Sollte der Angeklagte als schuldfähig gelten und verurteilt werden, drohen ihm nach Angaben der Staatsanwaltschaft eine lange Freiheitsstrafe und möglicherweise auch Sicherungsverwahrung.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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