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Virus-Schiff zurück: Hanta-Kreuzer in Holland

Drei Tote, viele Infizierte, weltweite Schlagzeilen: Jetzt ist das Seuchenschiff «Hondius» zurück in den Niederlanden.

18.05.2026, 12:11 Uhr

Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“: Schiff wieder in den Niederlanden

Etwa sieben Wochen nach dem zunächst lange unentdeckten Hantavirus-Ausbruch auf der „Hondius“ ist das Kreuzfahrtschiff in die Niederlande zurückgekehrt. Nach Informationen eines dpa-Reporters legte das in Vlissingen in der Provinz Zeeland registrierte Schiff am Montag im Hafen von Rotterdam an. An Bord befanden sich nach Angaben der Reederei noch 25 Besatzungsmitglieder sowie ein Arzt und eine Pflegekraft.

Mit nach Rotterdam gebracht wurde auch der Leichnam der deutschen Passagierin, die am 3. Mai auf See gestorben war. Nach Angaben des Rotterdamer Gesundheitsamts gegenüber der Nachrichtenagentur ANP soll sie in einem Krematorium in der Nähe des Amsterdamer Flughafens Schiphol eingeäschert werden.

Wie Amtsdirektorin Yvonne van Duijnhoven erklärte, wird der Leichnam von einem spezialisierten Bestatter in Schutzkleidung von Bord geholt. Anschließend solle die Asche der Familie übergeben werden. Insgesamt kamen drei Passagiere der „Hondius“ ums Leben.

Besatzung erneut getestet und isoliert

Die verbliebenen 25 Crewmitglieder sollten in Rotterdam nochmals auf das Virus getestet werden. Für 23 von ihnen wurden Quarantäneunterkünfte vorbereitet – teils in Containern, teils weiterhin auf dem Schiff. Betroffen sind Staatsangehörige der Philippinen (17), der Ukraine (4), Russlands (1) und Polens (1). Zwei niederländische Crewmitglieder durften sich zu Hause in Isolation begeben.

Bei niemandem, der zuletzt noch an Bord war, seien Symptome einer Virusinfektion festgestellt worden. Die Gesundheitsbehörde in Rotterdam kündigte an, dass die Reinigung und Desinfektion des Schiffes am Dienstag beginnen und voraussichtlich bis Freitag andauern werde.

Die Reise der „Hondius“, die über Wochen wegen des Ausbruchs in den Schlagzeilen stand, hatte laut der niederländischen Reederei Oceanwide Expeditions am 1. April in Ushuaia begonnen, der südlichsten Stadt Argentiniens. Zu Beginn befanden sich mehr als 170 Passagiere und Crewmitglieder aus 23 Ländern an Bord. Bereits am 11. April starb ein niederländischer Passagier. Er war zusammen mit seiner Frau auf der britischen Insel St. Helena von Bord gebracht worden. Seine Ehefrau starb am 26. April in einem Krankenhaus in Johannesburg in Südafrika.

WHO vermutet Ursprung bei niederländischem Ehepaar

Nach Einschätzung von Fachleuten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahm die Infektionskette auf der „Hondius“ ihren Anfang bei dem niederländischen Paar, das Anfang April an Bord gegangen war. Der Mann, der als möglicher erster Infizierter gilt, entwickelte am 6. April Fieber, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Durchfall.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge kam es danach auf dem Schiff zu weiteren Übertragungen von Mensch zu Mensch. Weil die Beschwerden denen anderer Atemwegserkrankungen ähnelten, wurde erst verspätet gezielt auf das Hantavirus getestet. Erst im Anschluss wurden strengere Maßnahmen zur Isolierung und Überwachung eingeführt.

Am 10. Mai hatte die „Hondius“ den Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas erreicht. Von dort wurden Passagiere und Besatzungsmitglieder unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen mit Sonderflügen in ihre Heimatländer gebracht. In mehreren Staaten, darunter Kanada und Frankreich, wurden bei Mitreisenden Infektionen bestätigt. Nach bisherigem Stand geht die WHO von insgesamt elf bestätigten Fällen aus.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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