Nach tödlichem Vorfall in Osttirol: Wolf oder Hund als mögliche Auslöser für aggressives Kuhverhalten
Nach dem tödlichen Angriff einer Kuhherde auf eine 67-jährige Wanderin in Österreich wird über mögliche Gründe für das ungewöhnlich aggressive Verhalten der Tiere spekuliert. Der Bürgermeister von Oberlienz, Markus Stotter, sagte, eine derart heftige Reaktion der Herde sei alles andere als normal.
Wie er laut APA erklärte, seien an dem Tag auch aufgeschreckte Rehe gesehen worden. Daher könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein Wolf in der Gegend aufgehalten habe. Ein solcher Beutegreifer könne eine Herde über längere Zeit in Unruhe versetzen und so das Verhalten der Kühe beeinflussen.
Zudem fahnden die Behörden nach einer Hundehalterin. Zeugen zufolge soll sich etwa 15 Minuten vor dem tödlichen Vorfall eine Frau mit einem größeren Hund an derselben Stelle aufgehalten haben. Nach bisherigen Angaben steht sie aber nicht in direktem Zusammenhang mit dem Unglück. Die Polizei teilte außerdem mit, dass es auf derselben Weide bereits zuvor zu Angriffen gekommen sei: Ein Mann sowie ein Ehepaar seien am Sonntag attackiert und leicht verletzt worden.
Ehemann schwer verletzt
Die 67-jährige Einheimische wurde von einer Herde mit einer mittleren zweistelligen Zahl an Tieren auf einer Weide in der Region Lienz in Osttirol angegriffen und tödlich verletzt. Ihr 65 Jahre alter Ehemann erlitt nach Behördenangaben schwere Verletzungen. Wegen seines Zustands konnte er bislang noch nicht befragt werden.
Medienberichten zufolge wurde die Herde inzwischen auf eine eingezäunte Weide gebracht. Hintergrund sei offenbar die Sorge vor dem Pfingstwochenende, an dem viele Ausflügler und Urlauber auf der beliebten Strecke unterwegs sein dürften.
Hunde bei Kuhherden gelten als heikel
Zwischenfällen mit Kühen auf Almen kommt es immer wieder. Bereits 2014 war eine 45-jährige Wanderin aus Deutschland von einer Mutterkuhherde tödlich verletzt worden. Sie war damals mit einem Hund unterwegs gewesen, was als besonders riskant gilt.
Die Landwirtschaftskammer rät deshalb, den direkten Kontakt mit Weidetieren möglichst zu vermeiden, vor allem wenn Hunde und Mutterkühe beteiligt sind. Wanderer sollten Ruhe bewahren, Hunde stets kurz anleinen und sie bei einem Angriff sofort loslassen. Wirkt eine Herde nervös oder unruhig, sollte die Weide rasch verlassen werden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion