Länder wollen härter gegen gefährliche Social-Media-Challenges vorgehen
Gefährliche Online-Challenges, die Kinder und Jugendliche zu Selbstverletzungen verleiten, sollen nach dem Willen der Länder konsequenter bekämpft werden. In einer Entschließung fordern sie die Bundesregierung auf, einen klar umrissenen Straftatbestand zu schaffen, der das gezielte Verleiten Minderjähriger zur Selbstschädigung unter Strafe stellt.
Im Mittelpunkt stehen Mutproben auf Plattformen wie TikTok oder Instagram, bei denen Nutzerinnen und Nutzer zu riskanten Aufgaben animiert werden. Dazu zählen etwa das Essen extrem scharfer Substanzen oder das Klettern an gefährlichen Orten. In dem Beschluss warnen die Länder vor digitalen Einflüssen auf Kinder und Jugendliche, die geeignet seien, sie zu suizidalen oder schweren selbstverletzenden Handlungen zu drängen.
Besonders deutlich würden die Risiken bei der sogenannten Blackout-Challenge. Diese könne zu schweren Verletzungen, dauerhaften Hirnschäden oder sogar zum Tod führen. Nach Ansicht der Länder reichen die bestehenden strafrechtlichen Möglichkeiten bislang nicht aus, um Fälle zu erfassen, in denen Täter schrittweise Kontakt aufnehmen, Vertrauen aufbauen und Grenzen verschieben.
Was hinter der Blackout-Challenge steckt
Bei der sogenannten Blackout-Challenge bringen sich Beteiligte vor laufender Kamera in einen Zustand, in dem ihnen durch Sauerstoffmangel schwarz vor Augen wird. Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) verwies in diesem Zusammenhang auf einen Vorfall in ihrem Bundesland: Ein Junge musste ins Krankenhaus, nachdem ihn ein Mitschüler auf dem Schulhof bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hatte.
Der Vorstoß für die Entschließung kam aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber