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Schock in Namibia: Vierte Leiche nach Absturz gefunden

Nach dem tödlichen Namibia-Absturz blieb eine Urlauberin verschwunden. Jetzt gibt es traurige Gewissheit.

30.05.2026, 14:30 Uhr

Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Namibia mit vier deutschen Todesopfern ist nun auch die bislang vermisste vierte Person gefunden worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden bei allen Opfern Obduktionen sowie DNA-Analysen zur Identifizierung durchgeführt.

"Alle Opfer wurden identifiziert, darunter auch die sterblichen Überreste der weiblichen Passagierin", erklärte die Polizei.

Die Leichen sollen nun nach Deutschland überführt werden. Das Polizeipräsidium Heilbronn steht dazu nach eigenen Angaben mit der deutschen Botschaft in Windhoek in Kontakt. Auch die Staatsanwaltschaft Heilbronn und die zuständigen Standesämter sind in die Rückführung eingebunden, sagte Polizeipräsident Frank Spitzmüller der "Heilbronner Stimme".

Familie aus Bad Rappenau unter den Opfern

Bei dem Unglück am 10. Mai kamen ein Ehepaar aus Bad Rappenau in Baden-Württemberg, ihr Sohn sowie der deutsche Pilot ums Leben. Zunächst konnten Suchmannschaften nur die Leichen der drei Männer bergen. Die sterblichen Überreste der Frau blieben mehrere Tage unauffindbar.

Das Ehepaar hatte über viele Jahre hinweg leitende Aufgaben bei der Schwarz-Gruppe übernommen, zu der unter anderem Lidl und Kaufland gehören. Beide galten als enge Vertraute von Unternehmensinhaber Dieter Schwarz.

Schwierige Bergung nahe eines Gipfels

Die Ermittlungen zur Ursache des Absturzes laufen weiterhin. Nach Angaben der Polizei gestalteten sich Suche und Bergung äußerst kompliziert. Die Unglücksstelle liegt fast auf dem Gipfel eines Berges in einer steilen Schlucht. Das Gelände sei selbst zu Fuß nur schwer zugänglich gewesen.

Ein Abtransport der Toten talwärts war demnach nicht möglich, weshalb ein Hubschrauber eingesetzt werden musste. Zusätzlich erschwerte ein Brand des Flugzeugs die Arbeiten, da die Maschine stark beschädigt wurde.

Maschine erreichte Ziel nie

Die Propellermaschine vom Typ Cessna 210 war in Windhuk gestartet. Laut Behörden nahm der Pilot keinen Kontakt zur Flugsicherung auf. Rund eine Stunde später sollte das Flugzeug auf der privaten Landebahn einer Lodge bei Sossusvlei landen, kam dort jedoch nie an.

Ein Suchflugzeug entdeckte später die Trümmer etwa zwei Kilometer von Hammerstein entfernt in der abgelegenen Bergregion Hardap.

Unfallursache weiter unklar

Nach Angaben von Philippine Lundama, Leiterin der namibischen Behörde für Flugunfalluntersuchungen (DAAI), ist noch nicht abschließend geklärt, ob sich ein Flugschreiber an Bord befand und ob dieser geborgen wurde. Die Ermittler untersuchen derzeit unter anderem Wrackteile, Flug- und Wartungsunterlagen sowie Wetterdaten.

Ob schlechtes Wetter zu dem Absturz beigetragen haben könnte, ist bislang ebenfalls offen. Die DAAI arbeitet bei den Untersuchungen nach eigenen Angaben eng mit der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) zusammen.

Sossusvlei zählt zu den bekanntesten Reisezielen Namibias und ist vor allem für seine roten Sanddünen berühmt, die zu den höchsten weltweit gehören.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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