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Halloween eskaliert: Container brennen, Polizei attackiert

Halloween eskaliert: Polizei im Dauereinsatz – mancherorts werden sogar Einsatzkräfte attackiert.

01.11.2026, 10:43 Uhr

Halloween-Nacht: Polizei bundesweit wegen Böllern, Bränden und manipulierten Süßigkeiten im Einsatz

In der Halloween-Nacht hat es in vielen Regionen Deutschlands Polizeieinsätze gegeben. Auslöser waren unter anderem verbotene Feuerwerkskörper, Ruhestörungen, Übergriffe auf Einsatzkräfte und zahlreiche Hinweise auf mutmaßlich manipulierte Süßigkeiten.

In Berlin stellte die BVG am Abend vorübergehend den Busverkehr auf mehreren Linien ein. Hintergrund war, dass Busse im Märkischen Viertel wiederholt mit Pyrotechnik beworfen wurden, wie aus dem Lagezentrum verlautete. In Neukölln schleuderten Unbekannte zudem eine Spanplatte auf einen vorbeifahrenden Streifenwagen. Verletzt wurde dabei nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Außerdem registrierte die Berliner Polizei mehrere Vorfälle mit brennenden Müllbehältern. In der Huttenstraße wurden Müllcontainer und E-Scooter auf die Straße geschoben und anschließend angezündet. Auch in Charlottenburg stand ein Müllcontainer in Flammen. In der Nähe der Urbanstraße in Kreuzberg detonierte Pyrotechnik in einem Container.

Angriff auf Polizisten in Halle

In Halle gerieten Einsatzkräfte aus einer Gruppe von rund 100 Personen heraus unter Beschuss mit Feuerwerkskörpern, Steinen und Glasflaschen. Nach Angaben der Polizei wurde niemand verletzt. Nach Einschätzung einer Sprecherin handelte es sich vermutlich um Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 13 und 20 Jahren.

In Dresden erlitten bei einer Halloween-Feier zehn Menschen Verletzungen durch Pfefferspray.

Nadeln und Metallteile in Halloween-Süßigkeiten

An mehreren Orten in Deutschland fanden Kinder oder ihre Eltern in eingesammelten Halloween-Süßigkeiten Nadeln oder andere Metallobjekte. Fälle wurden unter anderem aus Thüringen, Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz bekannt. In mehreren Fällen wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Im thüringischen Leinefelde-Worbis im Landkreis Eichsfeld geht die Polizei davon aus, dass Süßigkeiten absichtlich mit Nadeln präpariert wurden. Betroffen war der Stadtteil Wintzingerode. Weil die Kinder dort an zahlreichen Haustüren klingelten, ließ sich zunächst nicht nachvollziehen, woher die manipulierten Süßigkeiten genau stammten. Die Ermittler gehen von einer gezielten Präparierung aus. Einen ähnlichen Fall meldete die Polizei aus Herbsleben im Unstrut-Hainich-Kreis, wo eine Nadel in einem Kaubonbon entdeckt wurde.

Auch in Baden-Württemberg wurden mehrere Fälle bekannt. In Filderstadt fanden zwei Familien am Halloween-Abend mehrere Nadeln in zwei Milch-Haselnuss-Schnitten, die ihre Kinder beim Süßigkeitensammeln erhalten hatten. Nach Polizeiangaben waren die Nadeln äußerlich nicht zu erkennen. Die Ermittler vermuten, dass ein Unbekannter sie absichtlich in die Süßigkeiten steckte. Aus Rielasingen-Worblingen im Landkreis Konstanz wurde zudem gemeldet, dass einzeln verpackte Waffelschnitten metallische Fremdkörper enthielten. Um welche Gegenstände es sich genau handelt, blieb zunächst offen.

In Bayern stießen Eltern ebenfalls auf spitze Metallteile in Süßigkeiten ihrer Kinder. In Landshut wurden Schrauben in Kaubonbons und Schokoriegeln entdeckt. Im Nürnberger Westen sowie in Neuburg fanden Kinder beim Auspacken von Schokoriegeln Nadeln. Noch bevor die Süßigkeiten gegessen wurden, bemerkten Eltern die gefährlichen Gegenstände und verständigten die Polizei. Verletzt wurde nach bisherigen Angaben niemand.

Weitere Funde in Niedersachsen, Bremen und Rheinland-Pfalz

Aus Niedersachsen kamen mehrere Meldungen. In Hannover fand ein neunjähriges Mädchen in drei einzeln verpackten Süßigkeiten jeweils eine Nähnadel. Nach Polizeiangaben handelte es sich um einen Schokoriegel und zwei Kaubonbons. Das Kind blieb unverletzt.

Hinzu kam ein weiterer Fall in Garbsen bei Hannover. Dort meldete eine Frau, sie habe eine Nähnadel in einem Schokoriegel gefunden, den sie nicht bei Halloween gesammelt, sondern bereits am Freitag bei einem Lebensmittelhändler gekauft hatte. An Verpackung und Süßigkeit seien äußerlich keine Auffälligkeiten festgestellt worden, die auf eine Manipulation hingedeutet hätten. Die Hintergründe sind laut Polizei noch unklar.

In Salzgitter wurde ebenfalls eine Nadel in einem geschenkten Schokoriegel entdeckt. In Bremen meldete eine Mutter einen Schokoriegel mit einem Nagel. In beiden Fällen wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

In Rheinland-Pfalz wurde zunächst ebenfalls ein verdächtiger Fall bekannt. In Appenheim im Landkreis Mainz-Bingen fand ein Junge in einem Kaubonbon zwei winzige Magnete. Die Ermittlungen ergaben laut Polizei jedoch, dass keine Manipulation durch Dritte vorlag. Demnach gelangten die Magnete versehentlich in das Bonbon.

Die Polizei rät, verdächtige Süßigkeiten samt Verpackung aufzubewahren und dem zuständigen Revier zu melden. Mögliche Fremdkörper sollten nach Möglichkeit nicht selbst entfernt werden, damit Spuren gesichert werden können.

Auch in den vergangenen Jahren hatte es in Deutschland ähnliche Vorfälle gegeben. 2025 entdeckte etwa eine Mutter in Mittelfranken in der Halloween-Süßigkeit ihrer Tochter einen rund zwei Zentimeter langen Nagel.

Viele Einsätze auch im Südwesten

Auch im Südwesten Deutschlands war die Polizei stark gefordert. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Freiburg sagte, die Nacht sei wegen zahlreicher Notrufe „sehr anstrengend“ gewesen. Meist seien die Beamten wegen kleinerer Streitigkeiten und Lärmbelästigungen gerufen worden. Eine genaue Einsatzzahl lag zunächst nicht vor.

Ähnlich äußerte sich ein Sprecher des Präsidiums Ludwigsburg: Die Einsatzkräfte hätten in der Nacht reichlich zu tun gehabt. Das Polizeipräsidium Heilbronn meldete etwa 65 Einsätze, unter anderem wegen Eierwürfen, gezündeter Böller und brennender Mülleimer.

Vorfälle auch in Bayern

In Bayern wurden bei einzelnen Auseinandersetzungen mehrere Menschen leicht verletzt. In Stockheim im oberfränkischen Landkreis Kronach befestigten Unbekannte eine Sexpuppe mit einem Strick an einer Brücke über der Bundesstraße 89. Nach Einschätzung der Polizei könnten dadurch Autofahrer gefährdet worden sein.

Darüber hinaus wurden Raketen in Briefkästen gezündet, Häuser mit Eiern und Toilettenpapier beworfen sowie Türen mit Kunstblut beschmiert.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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