Bei dem schweren Unfall mit einem Überlandbus in Ostfrankreich sind ein sieben Jahre altes Mädchen und ein 18-jähriger Jugendlicher ums Leben gekommen. Das teilte die zuständige Staatsanwältin nach dem Unglück in Lent mit, rund 50 Kilometer nordöstlich von Lyon.
Der Bus war am Morgen von der Straße abgekommen, prallte nach bisherigen Erkenntnissen gegen mehrere Bäume und kam schließlich im Straßengraben zum Stehen.
An Bord befanden sich nach Angaben von Verkehrsminister Philippe Tabarot und der Staatsanwaltschaft 49 Menschen, darunter Schulkinder. Insgesamt waren 23 Minderjährige in dem Fahrzeug. Neben den beiden Todesopfern wurden vier Menschen schwer verletzt, zwei von ihnen schwebten am Abend noch in Lebensgefahr. Zudem gab es 25 Leichtverletzte. Unter den Verletzten ist auch der Busfahrer.
Der 26-Jährige wurde aus dem beschädigten Bus geborgen und in eine Klinik gebracht. Dort wurde er laut Staatsanwaltschaft in Polizeigewahrsam genommen. Nach seinen ersten Angaben soll er am Steuer eingenickt sein. Als er wieder zu sich gekommen sei, habe sich der Bus bereits auf der gegenüberliegenden Straßenseite befunden.
Die ersten Alkohol- und Drogentests verliefen nach Angaben der Ermittler negativ. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Tötung und Körperverletzung im Straßenverkehr ein. Der Fahrer habe erklärt, sehr früh am Morgen losgefahren zu sein und bereits eine Fahrt absolviert zu haben. Auch das ist nun Teil der Ermittlungen.
Nach Angaben des Verkehrsministers befand sich der Bus in gutem Zustand und hatte alle vorgeschriebenen Kontrollen bestanden. Das betroffene Busunternehmen sei seit 2024 insgesamt 106 Mal überprüft worden.
Mehr als 100 Feuerwehrleute und 50 Gendarmen waren im Einsatz. Die Straße rund um die Unfallstelle wurde gesperrt. Die Gemeinde stellte einen Saal im Rathaus zur Verfügung, um Verletzte, Betroffene und Angehörige zu betreuen.
Präsident Emmanuel Macron sprach auf X von einem schrecklichen Verkehrsunfall. Seine Gedanken seien bei den Opfern, den Verletzten und ihren Familien. Verkehrsminister Tabarot machte sich selbst ein Bild am Unfallort.
Nach einem tödlichen Schulbusunfall Anfang vergangenen Jahres hatte Frankreich die Kontrollen im Busverkehr, vor allem bei den Fahrern, verschärft. Tabarot sagte, man setze alle modernen Mittel ein, damit sich ein solcher Unfall nicht wiederhole. Zugleich bat er Eltern und Angehörige um Entschuldigung und sprach von einem Versagen, das auch die Verantwortlichen im Transportwesen so empfänden.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber