Wirtschaft

Zuckerbergs Meta-KI soll rund um die Uhr für dich schuften

Meta plant KI-Helfer, die 24/7 für Nutzer schuften sollen – doch Zuckerbergs Milliardenwette hat einen heftigen Haken.

30.04.2026, 03:29 Uhr

Meta setzt alles auf Künstliche Intelligenz

Meta-Chef Mark Zuckerberg treibt den Umbau des Konzerns in Richtung Künstliche Intelligenz mit Nachdruck voran. Im Mittelpunkt stehen sogenannte KI-Agenten, die eigenständig Aufgaben übernehmen, die Ziele von Nutzern erkennen und anschließend rund um die Uhr daran arbeiten sollen, diese zu erfüllen. Zudem stellt sich Zuckerberg vor, dass KI Inhalte individuell für einzelne Personen erstellt. Teil seiner Zukunftsstrategie ist auch eine Shopping-KI, die Nutzer beim Finden und Beschaffen interessanter Produkte unterstützt.

Zuckerberg wandte sich zugleich gegen die verbreitete Vorstellung, KI werde vor allem Menschen ersetzen. Aus seiner Sicht soll sie vielmehr die Fähigkeiten der Nutzer erweitern und ihnen helfen, ihre Vorhaben besser umzusetzen. Das könne etwa Gesundheit, Beziehungen, Lernen oder die persönliche Karriere betreffen. Seine Botschaft: In Zukunft solle der Mensch im Zentrum stehen, nicht die Maschine.

Folgen für die Belegschaft

Innerhalb von Meta gewinnen vor allem jene Mitarbeiter an Bedeutung, die KI besonders effizient einsetzen können. Gleichzeitig steht dem Unternehmen ein deutlicher Stellenabbau bevor. Für den 20. Mai hatte Meta angekündigt, rund zehn Prozent der Beschäftigten zu entlassen. Zusätzlich sollen etwa 6.000 offene Stellen unbesetzt bleiben.

Zum Jahreswechsel zählte Meta knapp 79.000 Mitarbeiter. Damit könnten die Entlassungen rund 8.000 Menschen betreffen.

Der langjährige Branchenbeobachter und Investor Gene Munster sieht darin einen Widerspruch zur offiziellen Außendarstellung des Konzerns. Auf der Plattform X schrieb er, Zuckerberg überdecke mit seinen Zukunftsvisionen, dass Facebook bzw. Meta derzeit besonders aggressiv Menschen durch KI ersetze.

KI beschleunigt die Produktentwicklung

Zuckerberg betonte erneut, dass kleine Teams inzwischen in sehr kurzer Zeit Dinge entwickeln könnten, für die früher wesentlich größere Gruppen mehrere Monate gebraucht hätten. Teilweise reichten ein oder zwei Mitarbeiter aus, um innerhalb einer Woche Ergebnisse zu liefern. Genau diese Arbeitsweise wolle Meta bei der nächsten Entwicklungsstufe des Unternehmens in den Mittelpunkt stellen. Teams sollten dabei nur so groß sein wie unbedingt nötig.

Welche langfristigen Auswirkungen das auf die Beschäftigtenzahl haben wird, bleibt jedoch offen. Finanzchefin Susan Li sagte auf Nachfrage von Analysten, man wisse noch nicht, wie groß das Unternehmen in Zukunft optimalerweise sein sollte.

Milliardenwette auf die KI-Zukunft

Die KI-Offensive verschlingt enorme Summen. Meta erhöhte seine Investitionspläne für KI-Infrastruktur erneut, obwohl die Prognose erst vor wenigen Monaten angepasst worden war. Für das laufende Jahr rechnet der Konzern nun mit Investitionen zwischen 125 und 145 Milliarden US-Dollar. Zuvor hatte die Spanne noch bei 115 bis 135 Milliarden Dollar gelegen. Allein 2025 flossen bereits mehr als 72 Milliarden Dollar vor allem in den Ausbau von Rechenzentren für KI.

An den Finanzmärkten kam die höhere Ausgabenplanung nicht gut an. Im nachbörslichen Handel verlor die Aktie zeitweise mehr als sechs Prozent.

Werbegeschäft finanziert den Ausbau

Die Grundlage für diese Milliardenoffensive bleibt das weiterhin starke Werbegeschäft. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz von Meta im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel auf 56,3 Milliarden Dollar. Laut Susan Li wurden auf den Plattformen des Konzerns 19 Prozent mehr Anzeigen ausgespielt. Gleichzeitig legte der durchschnittliche Preis pro Anzeige um zwölf Prozent zu. Gemeinsam mit Google dominiert Meta seit Jahren den Markt für Online-Werbung.

Der Gewinn des Unternehmens kletterte um 61 Prozent auf knapp 26,8 Milliarden Dollar. Dabei spielte allerdings auch eine im Quartal verbuchte Steuergutschrift von gut acht Milliarden Dollar eine wichtige Rolle.

Zuckerberg verfolgt das Ziel, Wettbewerber wie OpenAI, Google und Elon Musks KI-Firma xAI im Wettlauf um die führende Rolle bei Künstlicher Intelligenz zu überholen. Dafür ist er bereit, enorme Summen zu investieren – auch wenn dabei das Risiko besteht, zu viele Rechenkapazitäten aufzubauen.

Leichter Rückgang bei den Nutzern

Zuletzt nutzten 3,56 Milliarden Menschen mindestens eine App aus dem Meta-Konzern. Im Quartal zuvor waren es noch 3,58 Milliarden. Das Unternehmen führt den leichten Rückgang auf Internetsperren im Iran sowie Einschränkungen für WhatsApp in Russland zurück.

Zu Meta gehören neben Facebook auch Instagram, WhatsApp und Threads, das als Alternative zu X positioniert wurde.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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