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VW-Quartalszahlen: Darum bremsen Porsche und die USA

Absatzkrise in China und USA: Wie hart trifft es VW wirklich? Die Quartalszahlen heute könnten böse Antworten liefern.

30.04.2026, 03:30 Uhr

Volkswagen legt am heutigen Mittwoch seine Zahlen für das erste Quartal vor. Nachdem Mercedes und Porsche bereits berichtet haben, zieht nun auch Europas größter Autobauer nach. Einen Rückgang bei den Verkäufen hatte der Konzern schon Mitte April bekanntgegeben, jetzt folgen die Angaben zu Umsatz und Ergebnis. Finanzchef Arno Antlitz will die Bilanz am Vormittag um 9.00 Uhr in einer virtuellen Presse- und Analystenkonferenz erläutern.

Der Konzern hatte bereits angekündigt, seine Sparmaßnahmen auszuweiten. Nach Informationen an das Management vom Dienstag reichen die bislang vorgesehenen Einsparungen unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht mehr aus. Volkswagen sieht sich deshalb gezwungen, sein Geschäftsmodell grundlegend zu überarbeiten. Mit der Strategie 2030 will sich der Konzern neu ausrichten und auf das schwierige Umfeld reagieren.

Konzernchef Oliver Blume betonte, Volkswagen verfüge zwar über eine starke Basis. Zugleich mache das Unternehmen mit seinen Fahrzeugen derzeit aber nicht genug Gewinn, um die eigene Zukunft dauerhaft zu finanzieren. Zuvor hatte sich auch der Aufsichtsrat mit dem Sanierungsprogramm und dem Stand der Sparbemühungen beschäftigt.

Schwäche in den USA und China belastet

Vor allem das Geschäft in China und den USA setzt Volkswagen weiter unter Druck. Zwischen Januar und März lieferte der Konzern weltweit nur noch 2,05 Millionen Fahrzeuge über alle Marken hinweg aus. Das entspricht einem Minus von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Rückgänge in China und Nordamerika konnten selbst durch Zuwächse in Europa nicht ausgeglichen werden.

In den USA hat VW bereits reagiert und die Produktion des Elektroautos ID.4 im Werk Chattanooga gestoppt. Diese Entscheidung dürfte sich auch in der Quartalsbilanz bemerkbar machen. Analysten erwarten eine hohe Abschreibung. Der Goldman-Sachs-Experte Christian Frenes beziffert die Belastung durch das Aus des ID.4 in den USA auf etwa 450 Millionen Euro.

Auch Porsche und Traton drücken auf das Ergebnis

Zusätzlichen Gegenwind bringt die Entwicklung bei Porsche. Der Sportwagenbauer meldete am Vorabend einen deutlichen Gewinnrückgang: Der Überschuss nach Steuern sank im ersten Quartal von 518 Millionen auf 391 Millionen Euro. Damit fiel das Minus zwar weiterhin kräftig aus, allerdings nicht mehr so stark wie in den vergangenen Quartalen. Bereits im Vorjahr hatte Porsche die Bilanz des Mutterkonzerns spürbar belastet und zeitweise sogar rote Zahlen in einem Quartal mitverursacht.

Noch stärker könnte sich jedoch die Lkw-Tochter Traton mit den Marken MAN und Scania auf den Konzern auswirken. Das Unternehmen hatte seine Zahlen ebenfalls bereits am Dienstag veröffentlicht. Dort drückten Sondereffekte von mehr als 500 Millionen Euro das operative Ergebnis im Quartal um über 90 Prozent auf nur noch 60 Millionen Euro. Hintergrund sind vor allem Kosten für Anpassungen im Bereich Elektromobilität sowie Zivilklagen im Zusammenhang mit einem EU-Kartellverfahren.

Bereits im vergangenen Jahr war der Gewinn des VW-Konzerns massiv zurückgegangen. Das Konzernergebnis nach Steuern sank 2025 im Jahresvergleich um rund 44 Prozent. Auch Umsatz und Absatz waren rückläufig. Für 2026 peilt Volkswagen wieder eine bessere Profitabilität an und rechnet dabei mit einem Umsatzplus von bis zu 3 Prozent. Im ersten Quartal 2025 hatte der Konzern unter dem Strich noch 2,19 Milliarden Euro verdient — bereits 41 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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