Wetter

Schnee-Schock

Gerade noch Sommergefühle – jetzt droht in Bayern der Winter-Comeback-Schock. Pünktlich zu den Eisheiligen fällt Schnee.

12.05.2026, 06:10 Uhr

Wintereinbruch in Bayern zur Monatsmitte

Gerade noch wirkte es fast schon sommerlich, nun ist in Bayern mitten im Mai noch einmal winterliches Wetter zurückgekehrt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sank die Schneefallgrenze in den Alpen auf etwa 1.000 Meter. In höheren Lagen waren demnach 5 bis 10 Zentimeter Neuschnee möglich, in exponierten Staulagen der Allgäuer Alpen sogar um 20 Zentimeter.

Die winterlichen Bedingungen blieben nicht ohne Folgen: Auf Bayerns Straßen kam es zu mehreren Unfällen. Auch in der Nacht auf Donnerstag könnte es in den Alpen erneut schneien – dann voraussichtlich erst oberhalb von 1.500 Metern.

Unfälle auf schneebedeckten Straßen

Im Allgäu verlor ein 74 Jahre alter Autofahrer auf der A96 im Landkreis Lindau auf schneebedeckter Fahrbahn die Kontrolle über seinen Sportwagen. Das Fahrzeug rutschte in den Graben und prallte gegen ein Straßenschild. Der Schaden liegt laut Polizei bei rund 140.000 Euro, verletzt wurde der Mann nicht.

Kurz darauf ereigneten sich in unmittelbarer Nähe zwei weitere Unfälle innerhalb weniger Minuten. Zunächst rutschte ein 34-Jähriger mit seinem Auto in die Leitplanke. Wenig später geriet ein 38 Jahre alter Fahrer ins Schleudern, überschlug sich mit seinem Wagen und blieb auf dem Dach liegen. Er konnte sich selbst aus dem Auto befreien und kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Die Polizei sperrte die A96 in Richtung München für etwa eine Stunde. Allen drei Fahrern droht ein Bußgeld, weil sie ihre Fahrweise nach Einschätzung der Polizei nicht an die Witterung angepasst hatten.

Am Riedbergpass im Oberallgäu war für Autofahrer zeitweise Winterausrüstung vorgeschrieben, wie ein Hinweisschild zeigte. Auch der DWD hatte vor Glätte durch Schnee und Schneematsch gewarnt. In höheren Mittelgebirgslagen und im Bergland sollten Autofahrer deshalb besonders vorsichtig unterwegs sein.

Nach einer für die Jahreszeit ungewöhnlich kalten und teils frostigen Nacht blieb es auch tagsüber frisch. In Bayern waren nur noch einzelne Regenschauer oder kurze Gewitter zu erwarten, die Temperaturen sollten lediglich 7 bis 12 Grad erreichen. Erst gegen Abend war mit Auflockerungen zu rechnen.

In der Nacht zum Mittwoch sollte es laut DWD sogar noch kälter werden. In weiten Teilen Süddeutschlands wurde erneut verbreiteter Bodenfrost erwartet.

Kältewelle im Mai nicht untypisch

Der plötzliche Temperatursturz ist nach dem warmen Wochenende zwar überraschend, für den Monat Mai aber keineswegs völlig außergewöhnlich. Nach Einschätzung des Wetterdienstes sind solche Kaltlufteinflüsse auch im Mai typisch. Diesmal strömt Polarluft über die Nordsee nach Deutschland – und das passt in diesem Jahr auch gut zu den sogenannten Eisheiligen.

Mit den Eisheiligen sind die Tage vom 11. bis 15. Mai gemeint. Dabei handelt es sich um eine Bauernregel beziehungsweise einen Volksglauben ohne wissenschaftliche Grundlage. Beschrieben wird ein Wetterphänomen, bei dem nach einer milden oder warmen Phase häufig noch einmal kühlere Luftmassen und Nachtfrost auftreten können.

Benannt sind diese Tage nach fünf katholischen Heiligen. Vor allem unter Gärtnern gilt die Faustregel, empfindliche Pflanzen erst nach dem 15. Mai – der sogenannten kalten Sophie – ins Freie zu setzen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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