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US-Open-Traum platzt: Krawietz/Pütz verpassen Titel

Wieder Finale in New York – doch der große Wurf platzt: Warum Krawietz/Pütz der US-Open-Titel erneut entglitt

12.09.2026, 19:57 Uhr

Pütz denkt über Rückzug nach: Deutsches Doppel verpasst US-Open-Titel erneut knapp

Kevin Krawietz und Tim Pütz haben ihren ersten gemeinsamen Grand-Slam-Titel im Doppel erneut verpasst. Das deutsche Davis-Cup-Duo unterlag im Finale der US Open im Arthur Ashe Stadium in New York dem Amerikaner Christian Harrison und dem Briten Neal Skupski mit 4:6, 6:7 (6:8).

Trotz der Niederlage dürfen sich die beiden über ein gemeinsames Preisgeld von 500.000 US-Dollar freuen, umgerechnet rund 431.000 Euro.

Bereits 2022 hatten Krawietz und Pütz bei den US Open das Endspiel erreicht, damals verloren sie gegen die Australier Max Purcell und Jordan Thompson. Auch diesmal blieb ihnen im zweiten New-York-Finale der erste gemeinsame Major-Triumph verwehrt. Den bislang größten gemeinsamen Erfolg feierten sie mit dem Titel bei den ATP Finals 2024.

Vor einer für ein Doppel ungewöhnlich großen Kulisse begann die Partie ausgeglichen. Schon zur Mittagszeit waren die unteren Ränge im größten Tennisstadion der Welt gut gefüllt. Beim Stand von 2:1 bot sich den Deutschen die Chance auf ein frühes Break, doch ein Volley von Pütz landete im Netz. Stattdessen mussten sie wenig später ihr Service zum 3:4 abgeben. Harrison und Skupski, die in diesem Jahr bereits die Australian Open gewonnen hatten, brachten den Vorsprung im ersten Satz ins Ziel.

Auch im zweiten Durchgang blieb es eng. Im Tie-Break vergaben Krawietz und Pütz bei Aufschlag von Pütz einen Satzball und mussten sich kurz darauf geschlagen geben.

Bei der Siegerehrung zeigte sich Pütz als fairer Verlierer. An die Sieger gerichtet sagte er: „Ihr habt uns keinen Satz gelassen, ihr habt es verdient zu gewinnen.“ Zudem richtete er Grüße an seine Familie: „Ich habe meinen Kindern zuhause versprochen, ,Hi‘ zu sagen. Ich vermisse euch.“ Krawietz bedankte sich unterdessen bei den Zuschauern für die Atmosphäre im Arthur Ashe Stadium. „Für uns Spieler ist es etwas ganz Besonderes, auf diesem Platz zu spielen“, sagte er.

Pütz erwägt Abschied als Vollzeitprofi

Nach dem verlorenen Finale sprach Pütz offen über seine Zukunft und stellte sogar das Ende des Erfolgsduos mit Krawietz in der kommenden Saison in den Raum. „Es besteht eine gute Chance, dass ich nächstes Jahr nicht mehr voll weiter spiele und der Kevin sich einen neuen Partner suchen muss“, sagte der 38-Jährige.

Möglich sei, dass er künftig weniger Turniere bestreitet. „Ich gehe langsam auf den Tennis-Ruhestand zu“, sagte Pütz. Zugleich betonte er, dass noch nichts endgültig entschieden sei.

Krawietz kam die Aussage nicht überraschend. „Das Thema ist nicht jetzt hochgekommen. Ich weiß das schon länger“, sagte er. Sollte Pütz keinen vollen Kalender mehr spielen und sein Pensum reduzieren, werde er sich einen neuen Doppelpartner suchen. Beide machten jedoch deutlich, dass ihr Verhältnis und ihre sportliche Partnerschaft davon unberührt seien.

Pütz begründete seine Überlegungen vor allem mit seinem Alter und privaten Gründen. „Ich habe sehr viele Jahre meines Lebens geopfert für das Tennis. Wir als Familie haben sehr viel Zeit geopfert“, sagte er. „Jetzt haben wir langsam das Gefühl, dass wir genug Zeit geopfert haben und ich zuhause sein will.“

Petzschner bleibt einziger deutscher US-Open-Doppelsieger

Damit bleibt Philipp Petzschner der bislang einzige deutsche Spieler, der den Doppelwettbewerb bei den US Open gewinnen konnte. Er hatte 2011 gemeinsam mit dem Österreicher Jürgen Melzer triumphiert.

Krawietz hatte die Bedeutung des Finals schon vor der Partie eingeordnet. Das Leben hänge nicht davon ab, ob man gewinne oder verliere. Natürlich sei ein solcher Titel wichtig, man dürfe ihn aber nicht zu hoch hängen.

In seiner Karriere war Krawietz bereits zweimal bei den French Open erfolgreich, damals noch an der Seite von Andreas Mies. Pütz gewann 2023 in Paris zusammen mit der Japanerin Miyu Kato den Mixed-Wettbewerb.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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