Mit einem Treffer in der Nachspielzeit hat der VfB Stuttgart der TSG Hoffenheim einen sicher geglaubten Sieg noch entrissen. Tiago Tomas erzielte beim 3:3 (1:2) in letzter Minute den glücklichen Ausgleich für die Gäste. Im Rennen um die Champions-League-Plätze bleiben beide baden-württembergischen Rivalen damit weiterhin punktgleich.
Schon vor dem Anpfiff gab es in Sinsheim großen Jubel: Andrej Kramaric verkündete in einer Videobotschaft die Verlängerung seines im Sommer auslaufenden Vertrags. Kurz darauf lieferte der 34-Jährige gleich den passenden sportlichen Beleg und brachte Hoffenheim früh in Führung. Chris Führich stellte für Stuttgart zwar schnell auf 1:1, doch Bazoumana Touré brachte die Gastgeber wenig später erneut nach vorn.
Vor 30.150 Zuschauern im ausverkauften Stadion sorgte Kramaric nach der Pause mit seinem zweiten Treffer des Tages und Saisontor Nummer 14 für das 3:1. Stuttgart gab sich aber nicht geschlagen: Der eingewechselte Ermedin Demirovic verkürzte, ehe Tomas tief in der Nachspielzeit doch noch den Ausgleich besorgte.
Kramaric im Mittelpunkt
Für Hoffenheim hätte der Nachmittag kaum besser beginnen können. Die Fans feierten erst die Vertragsverlängerung ihres Rekordtorschützen, dann traf Kramaric in der 8. Minute auch noch zum 1:0. Nach einem Abschlussversuch von Fisnik Asllani landete der Ball vor den Füßen des Kroaten, der freie Bahn hatte und sicher einschob.
Stuttgart antwortete durch Führich in der 20. Minute. Nach einem Doppelpass mit Ramon Hendriks traf er aus spitzem Winkel und nutzte dabei eine Lücke zwischen Oliver Baumann und dem Pfosten. Doch die Freude der Gäste hielt nicht lange: Touré stellte nur vier Minuten später mit einem verdeckten Schuss aus rund 15 Metern auf 2:1 für die TSG.
Hoffenheim verpasst die Entscheidung
Nach dem Seitenwechsel blieb Hoffenheim zunächst das aktivere Team. Touré legte für Kramaric auf, der in der 49. Minute zum 3:1 einschob. Für das anschließende Trikotausziehen sah er Gelb, nahm die Verwarnung aber mit einem Lächeln hin.
Die Gastgeber hätten anschließend alles klar machen können. Tim Lemperle traf jedoch ebenso nur den Pfosten wie später Albian Hajdari. Diese vergebenen Chancen sollten sich rächen.
Rote Karte gegen Karazor
Zwar musste Stuttgart ab der 69. Minute in Unterzahl weiterspielen, weil Kapitän Atakan Karazor nach einem Tritt gegen die Ferse von Asllani die Rote Karte sah. Dennoch kamen die Schwaben noch einmal zurück. Demirovic verkürzte nach einem Konter auf 2:3 und machte die Schlussphase noch einmal spannend.
Als Hoffenheim den Sieg schon vor Augen hatte, schlug der VfB doch noch zu: Tomas traf in der 90.+6 Minute zum 3:3 und ließ die Gäste spät jubeln.
Rückschlag im Kampf um Platz vier
Vor dem Duell hatte Hoffenheims Trainer Christian Ilzer von einem Spiel mit Endspielcharakter gesprochen. Mit Blick auf die Tabelle ist klar: Rang vier bedeutet die sichere Teilnahme an der Champions League. Die TSG vergab durch das Remis jedoch die Chance, sich vor den letzten beiden Spieltagen einen Vorteil zu verschaffen.
Nach dem enttäuschenden 1:1 zuletzt gegen Werder Bremen stand auch Stuttgart unter Druck, zumal Bayer Leverkusen den beiden Teams dicht im Nacken sitzt. So entwickelte sich von Beginn an eine intensive und offensiv geführte Partie, in der Hoffenheim am Ende einen fast schon sicheren Erfolg noch aus der Hand gab.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion