HSV fügt Frankfurt nach Riera-Aufreger den nächsten Rückschlag zu
Der Hamburger SV hat Eintracht Frankfurt in einer ohnehin aufgeheizten Situation die nächste bittere Enttäuschung beschert. Nur einen Tag nach der viel beachteten Wutrede von Trainer Albert Riera gewann der HSV auswärts mit 2:1 (0:0).
Für die Hamburger war es ein enorm wichtiger Erfolg im Kampf um den Ligaverbleib. Nach zuvor sechs Spielen ohne Sieg verschaffte sich das Team deutlich Luft im Tabellenkeller. Der Vorsprung auf den Relegationsrang, den derzeit Stadtrivale FC St. Pauli innehat, beträgt nun acht Punkte. Bleiben St. Pauli gegen Mainz 05 und Wolfsburg in Freiburg am Sonntag ohne Sieg, ist der Klassenverbleib gesichert.
Neue Unruhe bei der Eintracht
In Frankfurt dürfte sich die angespannte Lage nach der nächsten schwachen Vorstellung weiter verschärfen. Für den Tabellen-Siebten gerät das internationale Geschäft zunehmend in Gefahr. Freiburg könnte die Hessen an diesem Spieltag noch überholen.
Dabei sah zunächst alles nach einem Heimsieg aus: Can Uzun brachte die Eintracht kurz nach Wiederbeginn in Führung (48.). Doch der HSV reagierte stark und drehte die Begegnung innerhalb weniger Minuten durch Treffer von Albert Grønbæk (51.) und Fábio Vieira (59.). Für die Hamburger war es der erste Bundesliga-Erfolg gegen Frankfurt seit Januar 2011. In der langen Nachspielzeit flog Frankfurts Rasmus Kristensen nach einem erneuten Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz (90.+12).
Rieras Pressekonferenz überschattete das Spiel
Vor dem Anpfiff stand allerdings weniger das Sportliche im Mittelpunkt als vielmehr Rieras emotionale Pressekonferenz vom Vortag. Der Spanier hatte Berichte über einen angeblichen Konflikt mit Nationalspieler Jonathan Burkardt als „totalen Bullshit“ zurückgewiesen.
Auslöser der Spekulationen waren Meldungen, wonach Riera Burkardts angeblich zu hohe Körperfettwerte beanstandet und das Thema nicht direkt mit dem Stürmer, sondern über Co-Trainer Jan Fießer angesprochen haben soll.
Riera fordert gleichen Respekt
Zugleich übte der 44-Jährige deutliche Kritik an den Medien. Er betonte, Schreiben gehöre zwar zu deren Arbeit, Lügen werde er jedoch nicht akzeptieren. Er sei keine Marionette, sondern Trainer, und verlange Respekt. Vor dem Spiel bei DAZN erklärte Riera, er wolle weder mehr noch weniger Anerkennung als andere Bundesliga-Trainer – lediglich dieselbe Behandlung.
Wenige Höhepunkte vor der Pause
Im Duell mit dem HSV stand Burkardt trotz der Diskussionen von Beginn an auf dem Feld. In der Anfangsphase fehlte es jedoch beiden Mannschaften an Durchschlagskraft. Die beste Gelegenheit der ersten Hälfte hatten die Gäste in der 27. Minute, als Vieira mit einem Distanzschuss nur die Oberkante der Latte traf.
Insgesamt blieb die Partie zunächst auf überschaubarem Niveau. Im Offensivspiel leisteten sich beide Teams zu viele Ungenauigkeiten. Frankfurt, lange ideenlos, kam in der 38. Minute durch Uzun zur besten Chance vor der Pause, doch HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes parierte.
Turbulente Minuten nach Wiederbeginn
Nach dem Seitenwechsel nahm die Begegnung sofort Fahrt auf. Zunächst verpasste Burkardt eine Hereingabe (47.), wenig später traf Uzun zur Frankfurter Führung. Die Antwort des HSV ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Grønbæk glich schnell aus, Vieira legte kurz darauf den zweiten Treffer nach.
Danach verlor das Spiel etwas an Rhythmus. Zahlreiche Wechsel und mehrere Verletzungsunterbrechungen sorgten für einen zerfahrenen Verlauf, was den Gästen in die Karten spielte. Der HSV brachte den Vorsprung schließlich über die Zeit. Positiv aus Hamburger Sicht: In der Schlussphase feierte Luka Vuskovic nach überstandener Knieverletzung sein Comeback.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion