Baden-Württemberg

Drama in Falkensteiner Höhle: Leiche geborgen

Drama in der Falkensteiner Höhle: Ein Mann stirbt, die Rettung wird zur Tortur – warum der Einsatz erst Stunden später endet.

02.05.2026, 08:09 Uhr

Nach einer aufwändigen Rettungsaktion haben Einsatzkräfte einen toten Mann aus der Falkensteiner Höhle auf der Schwäbischen Alb geborgen. Wie die Polizei mitteilte, war die Bergung gegen 21.00 Uhr abgeschlossen.

Der Mann war am Feiertag mit einer Gruppe in dem schwer zugänglichen Höhlensystem unterwegs. Die übrigen Teilnehmer sowie die Tour-Guides hatten die Höhle bereits zuvor verlassen. Nach Angaben der Polizei starb der Mann infolge eines medizinischen Notfalls. Nach Angaben von Grabenstettens Bürgermeister Patrick Docimo befand sich die Gruppe zum Zeitpunkt des Vorfalls bereits etwa 1.300 Meter tief in der Höhle.

Bergwacht und Rettungsdienst rückten nach dem Notruf mit speziell ausgebildeten Kräften an. Die Rettung und Versorgung des Betroffenen erwiesen sich jedoch als äußerst kompliziert. Die Höhle bei Grabenstetten ist nur zu Fuß über schwieriges, unwegsames Gelände erreichbar. Bereits der Weg bis zum Patienten soll rund eineinhalb Stunden gedauert haben. Innerhalb der Höhle müssen zudem teils mehrere Meter Höhenunterschied überwunden werden, außerdem gibt es dort keinen Funkempfang.

Beliebtes, aber gefährliches Ausflugsziel

Nach Angaben des Bürgermeisters bestand die Gruppe aus sechs Besuchern und drei Tour-Guides. Kontakt zu den Einsatzkräften bestand demnach zunächst nur über einen der Guides, der gegen 10.30 Uhr den Notruf abgesetzt hatte.

Die Schwäbische Alb ist für ihre zahlreichen Höhlen bekannt, die Falkensteiner Höhle zählt dabei zu den beliebtesten Zielen. Der Eingang wirkt wie ein schmaler Felsspalt, im Innern ist das kilometerlange System dunkel, verwinkelt und nass. Es handelt sich um eine sogenannte aktive Wasserhöhle, aus der die Elsach entspringt.

Wegen der Gefahr plötzlich auftretender Hochwasser ist der Zugang seit 2018 offiziell untersagt und nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Gemeinde Grabenstetten erlaubt. Um eine solche Genehmigung zu erhalten, müssen Höhlengänger nach Angaben des Bürgermeisters nachweisen, dass sie selbst oder ihr Anbieter über eine Versicherung verfügen, die mögliche Bergungskosten übernimmt.

Höhle war schon mehrfach Ort spektakulärer Einsätze

Die Falkensteiner Höhle war bereits mehrfach Schauplatz größerer Rettungseinsätze. Erst im vergangenen Mai waren dort zwei Männer vom Wasser überrascht und eingeschlossen worden.

Auch bundesweit sorgte die Höhle bereits für Schlagzeilen: Im Sommer 2019 mussten ein Führer und sein Kunde gerettet werden, nachdem starke Regenfälle den Rückweg abgeschnitten hatten. Sie saßen rund 650 Meter vom Eingang entfernt fest und konnten erst nach etwa 24 Stunden aus der Höhle gebracht werden.

Nach Angaben aus dem Rathaus hatte die Gemeinde die heutige Verordnung nach einer weiteren Rettung im Jahr 2015 eingeführt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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