Fußball

Gladbach verzweifelt: Nur 0:0 gegen Paderborn

0:0-Frust in Gladbach: Schlusslicht, weiter ohne Heimsieg – und dann wächst auch noch der Fan-Protest gegen Bonhof.

31.10.2026, 17:32 Uhr

Gladbach bleibt zuhause ohne Sieg – 0:0 gegen Paderborn

Borussia Mönchengladbach wartet in der Bundesliga vor heimischer Kulisse weiter auf den ersten Erfolg und bleibt nach dem 0:0 gegen Aufsteiger SC Paderborn Tabellenletzter. Die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin verpasste damit den dritten Pflichtspielsieg nacheinander. Für die Gäste aus Ostwestfalen war es bereits das dritte Bundesliga-Spiel in Folge ohne Niederlage – eine Serie, die ihnen im Oberhaus seit mehr als sechs Jahren nicht mehr gelungen war.

Mit vier Punkten aus acht Partien verharrt Gladbach nach dem torlosen Remis am Ende der Tabelle. Paderborn steht mit neun Zählern im gesicherten Mittelfeld. Erneut zeigte sich das Team von Ralf Kettemann als unangenehmer Gegner.

Lange Zeit entwickelte die Partie kaum Tempo. Beide Mannschaften neutralisierten sich weitgehend und lieferten sich viele Duelle im Mittelfeld. Erst nach rund einer halben Stunde wurde es erstmals gefährlich vor dem Tor der Gäste. Der erst 17 Jahre alte Wael Mohya eroberte stark den Ball gegen Mattes Hansen, Robin Hack zog anschließend aus fast 30 Metern ab und versuchte es mit einem Lupfer über den weit vor seinem Kasten stehenden Nahuel Noll. Der Ball strich jedoch knapp vorbei.

Wenig später jubelte Gladbach zwar kurz, doch der Treffer von Joe Scally wurde nicht anerkannt. Scally hatte Paderborns Keeper Noll im Fünfmeterraum mit ins Tor gedrängt. Schiedsrichter Timo Gerach nahm die Szene nach Videoprüfung zurück. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Scally dann noch eine weitere große Gelegenheit, scheiterte aber freistehend an Noll. Ein Zuspiel auf Mohya wäre in dieser Situation wohl die bessere Wahl gewesen.

Bor. Mönchengladbach - SC Paderborn 07
Wael Mohya zählte wieder zu den Gladbacher Aktivposten Quelle: Federico Gambarini/dpa

Deutlicher Protest gegen Präsident Bonhof

Abseits des Rasens sorgte vor allem der Unmut der Fans gegenüber Präsident Rainer Bonhof für Aufmerksamkeit. Schon seit Längerem gibt es Kritik an der Vereinsführung, die die Ultras auch im Stadion mit einem Banner deutlich machten. Darauf stand: „Legende ja, Präsident nein: Danke Rainer, es reicht“. Der 74 Jahre alte Weltmeister von 1974 muss in den kommenden Monaten entscheiden, ob er bei der Wahl im Frühjahr 2027 erneut kandidieren will.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Begegnung über weite Strecken zäh. Paderborn investierte nun etwas mehr in die Offensive, kam jedoch kaum zu wirklich gefährlichen Abschlüssen. Wenn doch einmal ein Ball auf das Tor kam, war Gladbachs Keeper Daniel Batz zur Stelle. Er stand wie schon beim Pokalerfolg unter der Woche gegen Karlsruhe erneut für den angeschlagenen Moritz Nicolas im Tor.

Gladbach in entscheidenden Momenten zu ungenau

Trotz geringerer Spielanteile wirkte Gladbach in seinen wenigen Offensivmomenten etwas gefährlicher. In der 70. Minute setzte sich Mohya stark gegen mehrere Gegenspieler durch, entschied sich vor dem Tor jedoch für den Abschluss statt für den besser postierten Hack – eine weitere verpasste Möglichkeit.

In der Schlussphase reagierte Blessin mit einem Dreifachwechsel. Ko Itakura kam für Florian Neuhaus, Jens Castrop gab nach überstandener Schulterverletzung sein Saisondebüt für Mohya, und Nicolas Kühn ersetzte Robin Hack bei seinem Comeback nach einem Muskelbündelriss. Doch auch diese Veränderungen brachten keinen entscheidenden Impuls mehr.

Angesichts der angespannten Tabellensituation hilft das Remis vor allem den Gladbachern kaum weiter.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber

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