Bamberg Baskets setzen mit kleinem Budget ein großes Ausrufezeichen
Den bekannten Slogan „arm, aber sexy“ wollte Philipp Höhne nicht erneut bemühen. Der Geschäftsführer der Bamberg Baskets sagte mit einem Lächeln, dass der erste Teil auf den Verein durchaus passe, der zweite auf ihn eher nicht. Viel passender seien für Bamberg Begriffe wie „Freak City“ und pure Emotionen.
Trotz des kleinsten Etats aller 18 Clubs spielt der fränkische Basketball-Bundesligist eine überraschend starke Saison. Der Pokalsieg ist bereits perfekt, und für die am Wochenende beginnenden Playoffs geht Bamberg als Tabellendritter ins Rennen. Nur Titelverteidiger FC Bayern München und Alba Berlin waren über die 34 Spieltage hinweg noch erfolgreicher.
Starker Aufschwung unter Anton Gavel
Für Bamberg ist diese Entwicklung weit mehr als nur ein Achtungserfolg. Der Club hatte in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung im deutschen Spitzenbasketball verloren. Maßgeblichen Anteil am Wiederaufstieg hat neben Höhne vor allem Cheftrainer Anton Gavel.
Der frühere Profi war bereits in den erfolgreichen Bamberger Jahren der 2010er eine prägende Figur und führt den Verein nun als Trainer zurück in die Spitzengruppe. Höhne betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass Gavel nach der Meisterschaft mit Ulm nun auch in Bamberg seine Klasse unter Beweis gestellt habe. Es sei beeindruckend, was er dem Standort zurückgebe – besser könne man eine solche Geschichte kaum schreiben.
Auch von prominenter Seite erhielt Gavel zuletzt großes Lob: Bayerns Trainer Svetislav Pesic würdigte ihn beim Pokalwochenende ausdrücklich.

Spekulationen um einen Wechsel nach München
Pesic, der nach der Saison erneut aufhören wird, sieht in Gavel einen Trainer mit großer Zukunft. Der 41-Jährige gilt deshalb als möglicher Kandidat für die Nachfolge beim FC Bayern.
Höhne hatte bereits Ende April erklärt, dass für einen Wechsel trotz laufenden Vertrags eine Ablösesumme im siebenstelligen Bereich fällig wäre. Bis zum Start der Playoffs sei jedoch noch kein Angebot aus München eingegangen. In Bamberg gehe man deshalb weiterhin davon aus, dass Gavel bleibt.
Mit Selbstvertrauen in die K.o.-Phase
Sportlich richtet sich der Fokus nun auf das Viertelfinale. Dort trifft Bamberg am Samstag im ersten Spiel auf Gavels früheren Club Ratiopharm Ulm. Sollte der Einzug ins Halbfinale gelingen, könnte Alba Berlin warten. Im möglichen Endspiel wäre sogar ein Duell mit dem FC Bayern denkbar – also der finanzstärkste Club gegen das Team mit dem kleinsten Budget.
Trotz dieser Unterschiede tritt Bamberg selbstbewusst auf. Höhne ist überzeugt, dass seine Mannschaft in einer Serie gegen München oder Berlin keineswegs chancenlos wäre. Jeder Gegner werde es schwer gegen Bamberg haben, auch die Bayern.
Wie weit die Baskets mit ihrer Mischung aus Kampfgeist, Teamspirit und Emotionen kommen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion