Die israelische Marine hat Medienberichten zufolge eine Aktion gegen die internationale Gaza-Hilfsflotte begonnen. Die Organisation „Global Sumud Flotilla“ erklärte in einem Beitrag auf der Plattform X, israelische Schnellboote hätten sich den Schiffen genähert. Dabei seien Laser und halbautomatische Gewehre auf die Aktivisten gerichtet worden. Zudem habe das Militär die Menschen an Bord angewiesen, sich nach vorn auf die Boote zu begeben und dort auf Hände und Knie zu gehen. Nach Angaben der Flottille wurde außerdem die Kommunikation gestört und ein SOS-Signal abgesetzt.
Am Sonntag waren Dutzende Schiffe mit Aktivisten aus zahlreichen Ländern von Sizilien in Richtung Gazastreifen aufgebrochen. Nach Angaben der Organisatoren handelt es sich um die bislang größte Flottille, die versucht, das Gebiet auf dem Seeweg zu erreichen.
Humanitärer Korridor als Ziel
Die pro-palästinensischen Teilnehmer wollen nach eigenen Angaben die seit 2007 bestehende Seeblockade des Gazastreifens überwinden, die von Israel verhängt und auch von Ägypten mitgetragen wird. Zugleich soll humanitäre Hilfe in das Kriegsgebiet gebracht werden. Darüber hinaus wirbt die „Global Sumud Flotilla“ für die Schaffung eines dauerhaften humanitären Korridors.
Israel hat ähnliche Vorstöße in der Vergangenheit wiederholt gestoppt. Bereits im vergangenen Herbst war eine frühere Mission der überwiegend aus privaten Segel- und Motorbooten bestehenden Flottille von israelischen Spezialeinheiten gestoppt worden, noch bevor sie den Gazastreifen erreichen konnte.
Berichte über Einsatz nahe Kreta
Eine offizielle Stellungnahme der israelischen Armee lag zunächst nicht vor. Das israelische Nachrichtenportal ynet meldete unter Berufung auf einen israelischen Vertreter, wegen des Umfangs der Flotte habe man beschlossen, sie schon in internationalen Gewässern unter Kontrolle zu bringen. Demnach fand der Einsatz westlich der griechischen Insel Kreta statt.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion