Knapp ein Jahr nach dem Start der schwarz-roten Bundesregierung zweifelt eine Mehrheit der Deutschen an deren Bestand bis zum regulären Ende der Legislaturperiode im Jahr 2029. In einer Insa-Umfrage für die Bild am Sonntag erklärten 58 Prozent, sie glaubten nicht daran, dass das Bündnis aus Union und SPD so lange zusammenbleibt. 24 Prozent trauen der Koalition dagegen ein Durchhalten bis 2029 zu. 18 Prozent machten keine Angabe oder antworteten mit "weiß nicht".
Auch mit der bisherigen Arbeit der Regierung zeigen sich viele unzufrieden. Rund drei Viertel der mehr als 1.000 Befragten bewerteten die Arbeit des Kabinetts negativ, nur 16 Prozent äußerten sich zufrieden. Die Erhebung dazu fand am 29. und 30. April 2026 statt.
AfD in Umfrage vor der Union
Bei den Parteiwerten liegt die AfD weiterhin vorne. Im aktuellen Insa-"Sonntagstrend" kommt sie auf 28 Prozent und damit vier Punkte mehr als die Union, die derzeit bei 24 Prozent liegt. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte die Union noch 28,5 Prozent erreicht. Die SPD fällt in der Umfrage auf 14 Prozent zurück, nachdem sie bei der Wahl 16,4 Prozent geholt hatte.
Die Grünen würden aktuell 13 Prozent erreichen, nach 11,6 Prozent bei der vergangenen Bundestagswahl. Auch die Linke legt zu und kommt in der Umfrage auf 11 Prozent, nachdem sie 2025 noch 8,8 Prozent erzielt hatte. BSW und FDP würden mit jeweils 3 Prozent erneut deutlich an einem Einzug in den Bundestag scheitern.
Die Bundesregierung aus CDU, CSU und SPD hatte vor knapp einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) war am 6. Mai 2025 vereidigt worden.
Für den "Sonntagstrend" befragte Insa vom 27. bis 30. April insgesamt 1.207 Menschen. Nach Angaben des Instituts ist die Erhebung repräsentativ. Wie bei allen Wahlumfragen gilt jedoch: Sie bilden nur die Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine verlässliche Vorhersage für ein tatsächliches Wahlergebnis. Die statistische Fehlertoleranz liegt laut Insa bei 2,9 Prozentpunkten.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion