Politik

5.000 US-Soldaten raus: Was das für Deutschland heißt

Paukenschlag aus Washington: 5.000 US-Soldaten sollen Deutschland verlassen – was steckt hinter dem Abzugsplan?

01.05.2026, 23:54 Uhr

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hat den Abzug von rund 5.000 US-Soldaten aus Deutschland angeordnet. Nach Angaben eines Pentagon-Sprechers gegenüber der Deutschen Presse-Agentur soll der Rückzug voraussichtlich innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate abgeschlossen sein.

Die Entscheidung sei das Ergebnis einer gründlichen Überprüfung der amerikanischen Truppenpräsenz in Europa. Dabei seien sowohl die Anforderungen der Einsatzgebiete als auch die Bedingungen vor Ort berücksichtigt worden, hieß es aus dem Pentagon.

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt bereits angekündigt, einen solchen Schritt prüfen zu lassen. Vorausgegangen war deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, nachdem dieser sich kritisch zur US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte.

Aktuell fast 40.000 US-Soldaten in Deutschland

Die USA unterhalten seit Jahrzehnten zahlreiche wichtige Militärstandorte in Europa. Sie sind für weltweite Einsätze der Amerikaner von großer Bedeutung, etwa im Nahen Osten. Von dort aus werden unter anderem Truppen, Waffen, Schiffe und Flugzeuge unterstützt, Drohnen gesteuert sowie Verwundete versorgt.

Zu den wichtigsten US-Standorten in Deutschland zählen das Europa-Hauptquartier EUCOM in Stuttgart und der Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz, der als zentrales Drehkreuz gilt. Weitere bedeutende US-Basen befinden sich unter anderem in Italien und Großbritannien.

Nach Angaben des US-Militärs von Mitte April sind derzeit rund 86.000 amerikanische Soldaten in Europa stationiert. Davon entfallen etwa 39.000 auf Deutschland. Die Zahlen schwanken regelmäßig, etwa durch Übungen und Rotationen.

Sicherheitsregel für die Truppenstärke in Europa

Der US-Kongress hatte Ende vergangenen Jahres einen Schutzmechanismus beschlossen: Die Zahl der dauerhaft im Zuständigkeitsbereich des Europa-Kommandos eingesetzten US-Streitkräfte darf nicht länger als 45 Tage unter 76.000 liegen. Sollte eine weitergehende Reduzierung angestrebt werden, müssten dafür bestimmte Berichtswege eingehalten werden.

Trump wollte schon einmal Truppen aus Deutschland abziehen

Bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte Trump mit einer Reduzierung des US-Kontingents in Deutschland gedroht. Damals kündigte er an, 12.000 der seinerzeit rund 35.000 in Deutschland stationierten Soldaten abzuziehen. Mehrere Tausend sollten innerhalb Europas verlegt, andere in die USA zurückgeführt werden.

Trump stellte das Vorhaben damals als Reaktion auf aus seiner Sicht unzureichende deutsche Verteidigungsausgaben dar. Sein Nachfolger Joe Biden stoppte diese Pläne nach dem Amtsantritt.

In Trumps zweiter Amtszeit gab es zunächst andere Signale

In seiner zweiten Amtszeit hatte Trump zunächst noch versichert, die US-Soldaten in Deutschland auf Wunsch Berlins in bisheriger Stärke zu belassen. Bei einem Besuch von Merz in Washington im vergangenen Sommer sagte er auf Nachfrage, die USA würden dies tun, wenn Deutschland die Soldaten dort haben wolle.

Noch im März soll Trump dem Kanzler nach dessen Angaben bei einem weiteren Treffen in Washington zugesichert haben, an der US-Truppenpräsenz in Deutschland festhalten zu wollen. Merz sprach damals von einer guten Nachricht.

Verhältnis zwischen Trump und Merz hat sich verschlechtert

Monatelang galt das Verhältnis zwischen dem Bundeskanzler und dem US-Präsidenten als recht gut. Im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg schlug Merz zuletzt jedoch öffentlich kritischere Töne an. Bei einer Diskussion mit Schülern im Sauerland sagte er, die iranische Führung demütige das eigene Land. Zugleich äußerte er Zweifel daran, dass die USA den Krieg rasch beenden könnten, weil der Iran stärker sei als erwartet und Washington in den Verhandlungen keine überzeugende Strategie habe.

Trump reagierte darauf mit einem persönlichen Angriff auf Merz. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, der Kanzler habe keine Ahnung, wovon er spreche. Außerdem stellte er einen Zusammenhang zu Deutschlands wirtschaftlicher Lage her und warf Merz vor, hinzunehmen, dass der Iran über Atomwaffen verfüge.

Merz wies den Eindruck eines schweren Zerwürfnisses anschließend zurück. Noch am Mittwoch betonte er, das persönliche Verhältnis zu Trump sei aus seiner Sicht unverändert gut, und beide stünden weiterhin in engem Austausch.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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