Politik

Asyl-Zahlen sinken: Dobrindt triumphiert

Asylzahlen stürzen im April ab – Dobrindt feiert schon die «Migrationswende». Was steckt hinter dem Rückgang?

01.05.2026, 18:15 Uhr

Weniger Asylerstanträge in Deutschland im April

Im April haben in Deutschland deutlich weniger Menschen erstmals Asyl beantragt als im gleichen Monat des Vorjahres. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums registrierte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) zuletzt 6.144 neue Erstanträge auf Schutz. Im April des Vorjahres waren es noch 9.108 gewesen. Das entspricht einem Rückgang von fast einem Drittel.

Die Entwicklung passt zu einem Trend in ganz Europa. In der Europäischen Union wurden im Jahr 2025 insgesamt rund 780.200 Asylanträge erfasst. Das sind etwa 20 Prozent weniger als im Jahr davor.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sieht sich durch die sinkenden Zahlen in seiner Linie bestätigt. Bereits von seiner Vorgängerin Nancy Faeser (SPD) eingeführte und auf alle deutschen Landgrenzen ausgeweitete Kontrollen wurden im Mai 2025 nochmals verschärft. Zudem ordnete Dobrindt an, dass die Bundespolizei auch Asylsuchende an der Grenze zurückweisen kann. Ausgenommen bleiben Kranke, Schwangere und andere besonders schutzbedürftige Menschen.

Dobrindt spricht von einer "Migrationswende"

Der Minister wertet den Rückgang als politischen Erfolg. Nach seinen Worten sei aus einer Migrationswelle nun eine "Migrationswende" geworden. Die Bundesregierung setze auf mehr Kontrolle und arbeite zugleich an einem neuen europäischen Migrationspakt, um irreguläre Migration weiter einzudämmen.

Am 12. Juni soll die europäische Asylreform in Kraft treten. Über das Paket war jahrelang verhandelt worden. In den vergangenen Monaten verständigten sich die EU-Staaten zusätzlich auf weitere Verschärfungen. Dazu gehört unter anderem, dass Abschiebungen in Drittstaaten künftig leichter möglich sein sollen – selbst dann, wenn die betroffenen Menschen zu diesen Staaten bisher keine direkte Verbindung haben.

Regeln für Drittstaaten gelockert

Bislang musste für eine Abschiebung in einen solchen Drittstaat in der Regel ein enger Bezug bestehen, etwa durch Verwandte oder einen längeren früheren Aufenthalt. Künftig soll bereits ein entsprechendes Abkommen zwischen einem EU-Mitgliedstaat und dem Drittstaat ausreichen.

Außerdem wurde eine EU-weit gültige Liste sogenannter sicherer Herkunftsstaaten beschlossen. Auf dieser stehen die nordafrikanischen Länder Marokko, Tunesien und Ägypten, außerdem Kosovo, Kolumbien, Indien und Bangladesch. Rückführungen in diese Staaten sollen aus Deutschland und anderen EU-Ländern künftig schneller möglich sein. Eine automatische Ablehnung von Asylanträgen ist damit jedoch nicht verbunden – die individuellen Fluchtgründe sollen weiterhin geprüft werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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