Dan Browns „Sakrileg“ erstmals als Theaterstück auf Deutschland-Tour
Dan Brown zählt mit Romanen wie Illuminati, Inferno und vor allem Sakrileg – Der Da Vinci Code zu den erfolgreichsten Autoren der Gegenwart. Seine Geschichten um Symbolforscher Robert Langdon wurden millionenfach gelesen und mit großem Erfolg verfilmt. Nun ist Browns bekanntester Stoff erstmals auch in Deutschland als Bühnenfassung unterwegs.
Holpriger Start bei der Premiere in München
Bei der Auftaktvorstellung im Deutschen Theater in München lief jedoch nicht alles reibungslos. Wegen technischer Probleme funktionierten die Projektionen auf der Bühne zunächst nicht wie vorgesehen. Die Inszenierung musste deshalb schon nach wenigen Minuten unterbrochen und komplett neu gestartet werden.
Hauptdarsteller reagiert mit Humor
Hannes Levianto, der auf der Bühne einen deutlich jüngeren Robert Langdon verkörpert als Tom Hanks in der Kinoadaption, nahm die Panne gelassen. Mit dem improvisierten Satz, er habe das Gefühl, das alles schon einmal erlebt zu haben, sorgte er für Lacher im Saal. Seine spontane Reaktion wurde vom Publikum mit besonders viel Applaus bedacht.
Nähe zum Roman, mit Anklängen an den Film
Die Aufführung dauert mehr als zwei Stunden und erzählt die Suche nach dem Heiligen Gral als dichten Krimi. Dabei orientiert sich die Theaterfassung stärker an Browns Roman als an der Filmversion, greift aber auch bekannte Elemente aus Hollywood auf. So erinnert Cusch Jung in der Rolle des Sir Leigh Teabing stark an Ian McKellens Darstellung aus dem Kino.
Düsteres Bühnenbild mit mystischen Figuren
Im Unterschied zum Film treten auf der Bühne immer wieder geheimnisvolle, schwarz gekleidete Gestalten auf. Sie bewegen sich teils tänzerisch durch die Szenen, übernehmen aber auch praktische Funktionen im Bühnenbild – mal stellen sie Bankschließfächer dar, mal Ritterfiguren in einer Londoner Kirche.
Gleichzeitig verleihen diese Figuren der Geschichte eine mystische, düstere Atmosphäre. Unterstützt wird das durch eingeblendete bekannte religiöse und symbolische Motive, die den verschwörerischen Kern der Handlung unterstreichen.
Von Paris bis Schottland
Gemeinsam mit Sophie Neveu, gespielt von Helena Charlotte Sigal, verfolgt Langdon die Spur eines Mordes im Louvre. Zugleich geht es für Sophie um die Aufklärung ihrer eigenen Familiengeschichte. Die Reise führt die beiden von Paris über London bis in eine kleine Kapelle in Schottland, wo schließlich das zentrale Geheimnis ans Licht kommt.
Stoff bleibt auf der Bühne schwer zu bändigen
Die Inszenierung nutzt viele Möglichkeiten des Theaters mit sichtbarer Spielfreude und stellenweise großem Charme. Trotzdem stößt sie angesichts der komplexen und eng verflochtenen Handlung immer wieder an ihre Grenzen. Die vielschichtige Geschichte scheint zwischen Buchdeckeln letztlich besser aufgehoben zu sein.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion