Neue Erkenntnisse nach Festnahmen in Hagen und Unna
Nach der Ingewahrsamnahme von drei Männern in Hagen und Unna wegen mutmaßlicher Anschlagspläne sind zwei von ihnen bereits wieder auf freiem Fuß. Das bestätigte die Polizei auf dpa-Anfrage. Demnach wurden zwei Syrer im Alter von 20 und 24 Jahren aus Hagen entlassen. Zuvor hatte die „Westfalenpost“ darüber berichtet.
Der dritte Mann, ein 33-jähriger Deutscher, der zum Islam konvertiert ist, befand sich am Freitag weiterhin in Polizeigewahrsam. Nach Angaben der Polizei konnte in seinem Fall die Gefahrenprognose konkretisiert werden.
Verdacht auf ideologische Nähe zum IS
Nach Informationen aus Sicherheitskreisen gibt es den Verdacht, dass die drei Männer ideologisch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahestehen. Demnach hatte der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz die Gruppe bereits seit Anfang des Jahres im Blick. Zuletzt sollen sich die Hinweise verdichtet haben, dass die Gefahr einer möglichen Umsetzung von Anschlagsplänen immer konkreter wurde.
Weil sich die drei offenbar weiter radikalisiert hatten, wurden sie intensiver überwacht. Außerdem sollen sie sich wiederholt über Anschlagsideen und Planungen ausgetauscht haben.
Als sich die Lage zuspitzte, brachte der Verfassungsschutz seine Erkenntnisse in eine sogenannte Fallkonferenz ein. Danach plante die Polizei nach dpa-Informationen den präventiven Zugriff.
SEK-Zugriff und Durchsuchungen
Ein Spezialeinsatzkommando nahm die drei Männer am Donnerstagabend in Gewahrsam. Im Anschluss durchsuchten die Ermittler ihre Wohnungen. Dabei wurden unter anderem Unterlagen und Datenträger sichergestellt. Deren Auswertung dauerte zunächst noch an.
Wie die Ermittler weiter mitteilten, liegen zu allen drei Männern kriminalpolizeiliche Erkenntnisse vor.
Nach dem Polizeigesetz in Nordrhein-Westfalen können Personen in Terror-Verdachtsfällen mit richterlicher Anordnung präventiv bis zu 14 Tage festgehalten werden. Bestätigt sich der Verdacht nicht, muss der Gewahrsam beendet werden.
Reul lobt Zusammenspiel der Sicherheitsbehörden
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte am Freitag, Verfassungsschutz und Polizei hätten gezeigt, wie gut die Sicherheitsarchitektur im Land funktioniere, wenn alle Stellen eng zusammenarbeiteten. Die Männer hätten sich in Anschlagsfantasien verloren und geglaubt, unsichtbar zu sein. Tatsächlich erkenne der Verfassungsschutz mehr, als ihnen bewusst sei, und die Polizei greife ein, bevor etwas geschehe.
Quelle: dpa/bearbeitet
Quelle: dpa/bearbeitet durch Julian Weber