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IS-Sympathisant schoss auf Autos? Jetzt Anklage

Schüsse auf Autos mitten auf der Bundesstraße: Jetzt ist ein mutmaßlicher IS-Sympathisant wegen versuchten Mordes angeklagt.

30.04.2026, 11:25 Uhr

Die Generalstaatsanwaltschaft München hat nach den Schüssen auf mehrere Autos bei Dillingen an der Donau Anklage gegen den mutmaßlichen Täter erhoben. Dem Mann werden 23 Fälle des versuchten Mordes zur Last gelegt. Nach Einschätzung der Anklagebehörde lag den Taten ein extremistisch-islamistisches Motiv zugrunde.

Nach Angaben der bei der Generalstaatsanwaltschaft angesiedelten Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) soll der heute 22-jährige türkische Staatsangehörige zwischen dem 9. und 11. September 2025 an der Bundesstraße 16 aus Tarnkleidung heraus vom Straßenrand aus mit einem Luftgewehr auf 23 zufällig ausgewählte vorbeifahrende Fahrzeuge geschossen haben.

Ziel laut Anklage: schwere Unfälle herbeiführen

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Beschuldigte die Fahrer auf der Strecke, auf der Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern erlaubt waren, durch die Schüsse erschrecken und so zum Abkommen von der Fahrbahn bringen wollte. Nach Vorstellung der Anklage hätten die Betroffenen dabei sterben oder zumindest schwer verletzt werden können.

Tatsächlich wurden die Fahrer zwar durch die Schussgeräusche aufgeschreckt, zu Verkehrsunfällen kam es jedoch nicht. An den betroffenen Fahrzeugen entstand laut Generalstaatsanwaltschaft ein Gesamtschaden von rund 33.000 Euro.

Ermittler sehen Bezug zum 11. September

Nach dem Stand der Ermittlungen soll der Mann mit der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) sympathisiert und die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon verherrlicht haben.

Den Angaben zufolge wählte er deshalb bewusst den Zeitraum rund um den 11. September für die mutmaßlichen Taten. Ihm wird vorgeworfen, „Ungläubige“ habe töten wollen. Der Verdächtige war kurz nach den Schüssen festgenommen worden und sitzt seit September in Untersuchungshaft.

Nun muss das Landgericht Augsburg entscheiden, ob es die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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