Bayern

So zapft die Bierkönigin richtig an

Ein falscher Schlag, und’s wird peinlich: So zapft Bayerns Bierkönigin ein Fass an – diese Tipps können auch Ihnen den Auftritt retten.

29.05.2026, 13:30 Uhr

In fünf Schritten zum perfekten Fassanstich

Als neue bayerische Bierkönigin wird Katharina Kastenmüller in den kommenden Monaten viele Feste eröffnen – und dabei immer wieder ein Bierfass anstechen. Damit dabei alles reibungslos klappt, hat die 33-Jährige vorab abseits der großen Bühne trainiert. Im Valleyer Schloss Bräu erklärte ihr der freiberufliche Braumeister Martin Zuber, worauf es beim Anzapfen ankommt. Zuber verfügt über viel Erfahrung: Er hat bereits zahlreiche Vorgängerinnen von Kastenmüller auf diesen Moment vorbereitet. Die wichtigsten Punkte zum richtigen Anzapfen im Überblick.

1. Die Begriffe kennen

Wer ein Fass professionell anstechen will, sollte zunächst die wichtigsten Fachwörter beherrschen.

  • Schaber: Gemeint ist die Schürze, die die Kleidung vor Bierflecken schützt.
  • Fass: Traditionell handelt es sich um ein Eichenholzfass. Seine einzelnen Holzteile, die sogenannten Dauben, werden von Fassringen zusammengehalten. Abgedichtet wird das Ganze mit Schilf, innen ist das Fass mit Pech ausgekleidet. Wichtig ist außerdem, Zapfloch, Spundloch und Belüftungsloch auseinanderzuhalten.
  • Wechsel und Schlegel: Laien sprechen oft von Zapfhahn und Hammer – korrekt heißen die Werkzeuge jedoch Wechsel und Schlegel. Der drehbare Ring am Wechsel wird Küken genannt und dient später dazu, den Bierfluss zu stoppen.
  • Spritzschutz: Ein Gummitrichter am Wechsel soll verhindern, dass Bier in alle Richtungen spritzt. Notfalls kann auch ein Bierdeckel helfen. Zwingend nötig ist der Spritzschutz aber nicht.

2. Den richtigen Stand einnehmen

Nach den Worten von Braumeister Zuber ist ein sicherer, breiter Stand entscheidend. Der Schlegel sollte fest in der Hand liegen. Zuber rät dazu, ihn ähnlich wie einen Eisstock nach unten zu führen. Mit der anderen Hand wird das Küken des Wechsels stabil gehalten. Dabei ist wichtig, dass das Küken längs und nicht quer zum Wechsel steht.

Bayerische Bierkönigin lernt Anzapfen
Zum traditionellen Anzapfen gehören Schaber, Schlegel und Wechsel. Quelle: Sven Hoppe/dpa

3. Konzentration bewahren

Vor dem ersten Schlag gilt: alles um sich herum ausblenden und den Fokus auf das Fass richten. Gerade im Festzelt mit viel Publikum ist das oft leichter gesagt als getan. Wer jedoch vorher geübt hat, geht deutlich sicherer an die Sache heran.

4. Kräftig und kontrolliert schlagen

Zunächst sollte man den Wechsel vorsichtig antippen, ähnlich wie beim Einschlagen eines Nagels. Danach folgen die eigentlichen kräftigen Schläge mit kurzer Ausholbewegung. Zuber warnt dabei: Der Wechsel könne zurückspringen. Wenn er sich löst und Druck auf dem Fass ist, müsse man sofort gegenhalten und direkt noch einmal zuschlagen. Auch wenn der Wechsel schief sitzt oder das Bier stark herausspritzt, hilft nur ein schneller weiterer Schlag.

5. Erfolg verkünden

Vor allem in Oberbayern gilt ein Fass erst dann als richtig angezapft, wenn laut der traditionelle Ruf ertönt: „O’zapft is!“ Oft wird dabei der Arm mit dem Schlegel jubelnd nach oben gestreckt. Das Ausschenken in die Maßkrüge übernimmt anschließend meist das Personal am Ausschank.

Übrigens zeigte Katharina Kastenmüller bei ihrer Übung bereits viel Geschick: Sowohl beim ersten Probefass als auch beim ersten vollen Fass genügten ihr jeweils zwei souveräne Schläge. Dabei ging kein Tropfen daneben.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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