Bayern

OB Krause schon im neuen Büro – doch etwas fehlt

Offiziell Münchens neuer OB: Dominik Krause startet ohne Übergabe durch Reiter ins Amt – und kündigt direkt Überraschungen an.

04.05.2026, 14:36 Uhr

Dominik Krause jetzt offiziell Münchens Oberbürgermeister

Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) ist nun auch formell im Amt. An seinem ersten Arbeitstag im neuen Büro kündigte der 35-Jährige einen Wohnungsgipfel für den 19. Mai sowie eine schnelle Reform der Stadtverwaltung an.

Wie bereits im Wahlkampf angekündigt, will Krause einen Wettbewerb zur Suche nach dem größten „Bürokratiemonster“ starten. So sollen unnötige Hürden in der Verwaltung möglichst rasch aufgespürt und abgebaut werden. In seinem neuen Amtszimmer machte er deutlich, dass die Stadt insgesamt effizienter werden müsse. Außerdem kündigte er zeitnahe Antrittsbesuche in Bundesministerien in Berlin sowie bei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in der Staatskanzlei an.

Bislang keine Amtsübergabe mit Dieter Reiter

Krause sagte, beim Start in das neue Amt habe ihn sein direkter Vorgänger Dieter Reiter (SPD) bislang nicht unterstützt. Eine offizielle Amtsübergabe mit Reiter habe es nicht gegeben. Stattdessen habe Alt-OB Christian Ude (ebenfalls SPD) ihn besucht, lange mit ihm gesprochen und einen Rosmarin-Busch als Willkommensgeschenk mitgebracht.

Ob es noch zu einem persönlichen Übergabetermin mit Reiter kommt, ließ Krause offen. „An mir würde es nicht scheitern“, sagte er.

Reiter hatte die Stichwahl um das Amt Ende März nach zwölf Jahren an der Spitze der Stadt überraschend deutlich gegen Krause verloren. Danach meldete er sich krank und nahm sich bis zum Ende seiner Amtszeit am 30. April frei. Weil Krause zuvor bereits Zweiter Bürgermeister war, führt er die Amtsgeschäfte schon seit Ende März. Reiter hat angekündigt, bei der offiziellen Amtseinführung seines Nachfolgers am 11. Mai dabei zu sein.

Nach Krauses Angaben soll außerdem die Ampel-Koalition aus Grünen, SPD sowie der Fraktion FDP/Freie Wähler in der kommenden Woche stehen, wenn alles wie geplant läuft.

Schwerpunkte: Verwaltung, Wohnen und Arbeitsklima

Neben der Verwaltungsreform und dem Wohnungsbau will Krause auch das Arbeitsklima im Rathaus verbessern. Der Kreis der städtischen Referenten, gewissermaßen das Stadtkabinett, soll künftig wieder in Präsenz tagen und nicht nur digital.

Beim geplanten Wohnungsgipfel am 19. Mai will Krause den Stadtrat eng einbinden. Er setzt nach eigenen Worten auf ein gutes Miteinander und betonte: Er wolle nicht alles anders machen, aber manches besser.

Bücherwand und Glücksbringer im OB-Büro

In seinem Büro hat Krause mehrere persönliche Bezugspunkte sichtbar platziert. In der Bücherwand stehen unter anderem Werke von Hannah Arendt, die nach seinen Worten „ein bisschen“ über ihn wache, von Regisseur Helmut Dietl, über den Krause sagte, münchnerischer gehe es kaum, sowie von Hans-Jochen Vogel (SPD), der bei seinem Amtsantritt sogar noch jünger war als er selbst.

Als Glücksbringer dienen ihm außerdem eine olympische Fackel als Symbol der Hoffnung auf eine erfolgreiche Münchner Olympiabewerbung und ein Schlegel für den traditionellen Fassanstich auf dem Oktoberfest. Gerade dieser Anstich gilt als eine der wichtigsten, auf jeden Fall aber als besonders öffentlichkeitswirksame Amtshandlungen eines Münchner Oberbürgermeisters.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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