Im bayerischen Wohnungsbau zeichnet sich eine vorsichtige Erholung ab. Zwischen Anfang Januar und Ende März wurden im Freistaat 12 Prozent mehr Baugenehmigungen erteilt als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das teilte das Statistische Landesamt in Fürth mit. Insgesamt genehmigten die Behörden im ersten Quartal 15.325 neue Wohnungen – 1.659 mehr als ein Jahr zuvor. Damit setzte sich die Aufwärtsbewegung aus dem vergangenen Jahr fort. Auch wenn nicht jedes genehmigte Vorhaben tatsächlich umgesetzt wird, gelten die Genehmigungszahlen als wichtigster und verlässlichster Hinweis auf die Bautätigkeit der kommenden ein bis zwei Jahre.
Deutliche Unterschiede zwischen den Regionen
Der Anstieg im Freistaat verteilt sich jedoch keineswegs gleichmäßig. In Oberfranken, Niederbayern und Schwaben sank die Zahl der genehmigten Neubauprojekte. Am stärksten fiel das Minus in Oberfranken aus, dort betrug der Rückgang gut 19 Prozent. Zuwächse gab es lediglich in den vier anderen Regierungsbezirken.
In absoluten Zahlen liegt Oberbayern erneut an der Spitze. Dort wurden 5.739 Wohnungsbauprojekte genehmigt – ein Plus von 18,8 Prozent.
Noch keine echte Trendwende
Ein Blick auf die Entwicklung über mehrere Jahre zeigt allerdings, dass von einer grundlegenden Wende noch keine Rede sein kann. Als Auslöser des Einbruchs gilt das Ende der Niedrig- beziehungsweise Nullzinsphase im Jahr 2022. Im ersten Quartal 2022 hatten Bayerns Kommunen noch knapp 21.500 neue Wohnungen genehmigt. Das waren mehr als 6.000 über dem aktuellen Wert. Danach setzte der Rückgang ein.
Der Marktforscher Stephan Kippes vom Immobilienverband Deutschland Süd wertete die Entwicklung nur vorsichtig positiv. Dieser Aufschwung sei allenfalls ein zartes Signal, sagte er sinngemäß. Der Bedarf an neuen Wohnungen werde weiterhin bei weitem nicht gedeckt.
Besonders kritisch sieht Kippes die Lage in München: In der Landeshauptstadt stieg die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Quartal nicht mit dem bayerischen Trend, sondern sank stattdessen um fast 30 Prozent.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion