Bayern

Hipp-Erpressung: Polizei schnappt Verdächtigen

Festnahme im Hipp-Erpressungsfall: Wer ist der 39-Jährige, den die Ermittler jetzt überraschend geschnappt haben?

02.05.2026, 17:38 Uhr

Im Fall der mit Rattengift versetzten Babynahrung des Herstellers Hipp haben Ermittler in Österreich einen 39-jährigen Verdächtigen festgenommen. Nach Polizeiangaben wurde der Mann bereits am Samstag im Bundesland Salzburg gefasst. Er werde weiterhin verhört und soll im Laufe des Tages in die Justizanstalt Eisenstadt im Osten Österreichs überstellt werden.

Weitere Angaben zu seiner Identität machen die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen bislang nicht. Unklar blieb zunächst auch, ob und was der Verdächtige ausgesagt hat. Nach Einschätzung der Ermittler ist es zudem noch zu früh, um sagen zu können, ob der Mann allein gehandelt hat.

Untersuchungshaft beantragt

Die Festnahme erfolgte laut Polizei mit Unterstützung des österreichischen Bundeskriminalamts. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen Untersuchungshaft für den 39-Jährigen beantragt.

Hintergrund des Falls ist ein Erpressungsversuch mit vergifteter Babynahrung. Ein Unbekannter hatte versucht, den Babykosthersteller aus dem bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm mit Rattengift in Babygläschen unter Druck zu setzen. Nach Angaben der Polizei wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei insgesamt fünf manipulierte Gläser entdeckt.

Eines der Gläser wurde in einem Supermarkt nahe Eisenstadt im Burgenland gefunden. Nach einem zweiten möglicherweise vergifteten Glas in Österreich wird weiterhin gesucht. Das deutsche Sortiment war nach Angaben von Hipp nicht betroffen.

Fachleute prüfen Gefährlichkeit der Dosis

In einem in Österreich sichergestellten 190-Gramm-Glas der Sorte „Karotten mit Kartoffeln“ stellten Ermittler insgesamt 15 Mikrogramm Rattengift fest. Um welchen Stoff es sich genau handelt, ist weiterhin nicht bekannt. Fachleute untersuchen derzeit, wie gefährlich die festgestellte Dosis tatsächlich war. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor.

„Hipp ist Opfer einer Erpressung“, hatte das Unternehmen bereits am 20. April mitgeteilt. Nach eigenen Angaben informierte der Hersteller unmittelbar nach Bekanntwerden des Falls die zuständigen Behörden und richtete einen internen Krisenstab ein.

Wie Geschäftsführer Stefan Hipp der österreichischen Zeitung „Die Presse“ sagte, war die Erpresser-Mail allerdings schon Ende März beim Unternehmen eingegangen. Demnach landete das Schreiben in einem Sammelpostfach, das nur alle zwei bis drei Wochen kontrolliert werde.

Babynahrung war nicht zum ersten Mal Ziel

Vergiftete Lebensmittel als Mittel zur Erpressung haben in der Vergangenheit bereits mehrfach namhafte Unternehmen getroffen. Auch Babynahrung war dabei nicht zum ersten Mal Ziel solcher Taten.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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