Bayern

Glücksatlas: Augsburg hängt München eiskalt ab

Augsburg schlägt München beim Glück klar ab: Was läuft dort anders – und warum ist sogar Erfurt ganz vorn?

09.06.2026, 08:00 Uhr

Augsburg weit vorn, München nur im Mittelfeld: Glücksatlas sieht Fuggerstadt klar im Vorteil

Augsburg zählt laut dem aktuellen Glücksatlas zu den Städten mit der höchsten Lebenszufriedenheit in Deutschland. Unter 40 Großstädten belegt die Fuggerstadt Rang 2 und liegt damit direkt hinter Erfurt. Noch vor Städten wie Hamburg, Köln oder Essen schneidet Augsburg deutlich besser ab als München: Die bayerische Landeshauptstadt kommt lediglich auf Platz 24 und teilt sich diesen Rang mit Leipzig. Nürnberg landet sogar erst auf Platz 35, gemeinsam mit Berlin.

Lebensqualität hängt nicht nur vom Geld ab

Dass München trotz seines Images von Gemütlichkeit, Nähe zur Natur und hoher Lebensqualität so vergleichsweise schwach abschneidet, wirkt auf den ersten Blick überraschend. Auch Nürnberg hat mit seiner historischen Altstadt und vielen Sehenswürdigkeiten eigentlich einiges zu bieten.

Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, der die Untersuchung mit ausgewertet hat, verweist darauf, dass wirtschaftlicher Wohlstand allein das persönliche Glück nicht vollständig erklären kann. Ebenso wichtig seien weiche Faktoren wie das Miteinander in der Stadt und die Frage, wie stark sich Menschen mit ihrem Wohnort verbunden fühlen.

Hohe Kosten und Probleme im Alltag drücken die Zufriedenheit

Nach Einschätzung der Studienautoren schneiden viele süddeutsche Großstädte trotz guter Rahmenbedingungen eher schwach ab. Zwar seien Einkommen und Wohneigentum oft überdurchschnittlich, die Kriminalität vergleichsweise niedrig und Bildungs- sowie Gesundheitsangebote gut ausgebaut. Dennoch bewerten viele Bewohner ihre Lebenszufriedenheit nur mittelmäßig oder sogar eher niedrig.

Rathaus Augsburg
In Augsburg fühlen sich die Menschen offenbar besonders wohl. (Archivbild) Quelle: Stefan Puchner/dpa

Als ein Grund werden die sehr hohen Wohnkosten genannt. Besonders München steche hier negativ hervor, da die Stadt als teuerste Großstadt Deutschlands gilt. Hinzu komme ein hoher Anteil an Menschen, die allein leben.

Auch andere wohlhabende Städte wie Frankfurt am Main auf Rang 38 oder Wiesbaden auf Rang 39 hätten laut Studie mit Problemen zu kämpfen. Genannt werden unter anderem eine schwache Umweltqualität, überlastete Infrastruktur und deutliche Unterschiede bei Einkommen und Vermögen. Das erschwere es vor allem ärmeren Bevölkerungsgruppen, am städtischen Leben teilzuhaben, während sich Wohlhabendere eher in eigene soziale Bereiche zurückziehen.

Augsburg überzeugt mit bezahlbarerem Wohnen und Sicherheit

Augsburg schneidet der Untersuchung zufolge vor allem deshalb gut ab, weil die Mieten dort moderater sind und die Kriminalität niedrig ist. Ähnliche Faktoren sieht der Glücksatlas auch beim Spitzenreiter Erfurt.

Die thüringische Landeshauptstadt profitiert demnach von günstigen Wohnkosten, einer guten Umweltqualität und einer etwas besseren wirtschaftlichen Lage als viele andere Städte der Region. Zugleich unterscheide sich Erfurt positiv von vielen ostdeutschen Städten, die häufiger mit höherer Arbeitslosigkeit, niedrigeren Einkommen und demografischen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

So wurde bewertet

Für das Ranking befragte das Institut für Demoskopie Allensbach insgesamt 23.286 Menschen im Alter von 16 bis 84 Jahren. Die Erhebung lief von Januar 2023 bis April 2026. Um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, wurden die Daten aus drei Befragungsjahren zusammengeführt.

Die Bewertung erfolgte auf einer Skala von 0 bis 10. Augsburg erreicht dabei 7,42 Punkte, München 6,98 und Nürnberg 6,71 Punkte.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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