Neue „Quattro-Streifen“ am Münchner Hauptbahnhof
Am Münchner Hauptbahnhof sollen künftig sogenannte „Quattro-Streifen“ für mehr Sicherheit sorgen. Der Name klingt nicht nur italienisch, sondern bedeutet wörtlich auch „vier“ – und genau darum geht es bei dem neuen Konzept.
Was hinter dem Begriff steckt
Künftig werden Polizei, Bundespolizei, DB Sicherheit und die städtische U-Bahnwache gemeinsam Streife gehen. In jedem Team ist jeweils eine Person pro Institution vertreten. Grundlage dafür ist eine neue Kooperationsvereinbarung, die von allen Beteiligten unterzeichnet wurde.
Mehr Präsenz an einem stark frequentierten Ort
Der Münchner Hauptbahnhof zählt täglich bis zu 450.000 Reisende und Besucher. Gleichzeitig laufen dort umfangreiche Bauarbeiten. Wo viele Menschen unterwegs sind, kommt es immer wieder zu Konflikten oder Sicherheitsproblemen. Genau hier sollen die neuen Vierer-Teams ansetzen.
Steffen Quaas, Leiter der Bundespolizeiinspektion München, betont, dass das gemeinsame Ziel sei, den Menschen am Hauptbahnhof und in der Umgebung ein deutlich stärkeres Sicherheitsgefühl zu geben. Offiziell sind die „Quattro-Streifen“ Teil eines Sofortprogramms für mehr Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen.
Warum gemeinsam gestreift wird
Nach Angaben der beteiligten Stellen bringt das Modell mehrere Vorteile: Zuständigkeiten und Erfahrungen werden gebündelt, Einsätze können schneller koordiniert und Maßnahmen effizienter umgesetzt werden.
Torsten Malt von DB Sicherheit erklärt, die gemeinsame Präsenz mache sichtbar, dass Sicherheit alle angehe – die Bahn ebenso wie Polizei und Stadt. Sicherheit sei eine gemeinsame Aufgabe.

Sicherheitslage laut Behörden verbessert
Nach Einschätzung der Bundespolizei hat sich die Lage am Münchner Hauptbahnhof zuletzt spürbar verbessert. Während im Jahr 2024 rund 735 Gewaltdelikte registriert worden seien, habe die Zahl 2025 bei etwa 550 gelegen.
Als Gründe nennt die Behörde verschiedene Maßnahmen, die inzwischen Wirkung zeigten. Dazu zählen Schwerpunktkontrollen wie zuletzt Ende Mai an mehreren bayerischen Bahnhöfen. Dabei galt unter anderem ein Verbot, Messer, Waffen und gefährliche Werkzeuge mitzuführen. Zudem wurde Ende 2025 eine Videoüberwachung eingerichtet. Ein Alkoholverbot besteht bereits seit längerer Zeit, und auch gemeinsame Streifen hatte es schon zuvor gegeben.
Was Reisende davon haben sollen
Für Reisende und andere Menschen am Bahnhof sollen die Vierer-Teams vor allem als direkte Ansprechpartner sichtbar sein. Christian Huber, Vizepräsident des Münchner Polizeipräsidiums, sagt, die Einsatzkräfte wollten jederzeit ansprechbar sein und bei Problemen schnell reagieren können.
Dass das Konzept funktionieren kann, davon zeigen sich die Beteiligten überzeugt. Die Bundespolizei verweist auf positive Erfahrungen mit ähnlichen Kooperationen in anderen Städten, etwa in Hamburg und Leipzig.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion