Bayern

Augsburgs neuer OB Freund startet Pakt zu viert

Nach dem Überraschungssieg schmiedet Florian Freund ein ungewöhnliches Vierer-Bündnis – mit großen Plänen für Tram und Kultur.

29.04.2026, 15:22 Uhr

Etwas mehr als einen Monat nach der Stichwahl um das Augsburger Oberbürgermeisteramt hat der designierte Rathauschef Florian Freund (SPD) sein Arbeitsbündnis für die kommenden sechs Jahre vorgestellt. Die SPD will dabei mit der CSU als größter Stadtratsfraktion sowie mit den Freien Wählern und der Wählervereinigung Generation Aux zusammenarbeiten.

Freund stellte klar, dass es sich dabei nicht um eine klassische Koalition handle. In der Vereinbarung der vier Partner ist festgehalten, dass man sich auf gemeinsame Vorhaben verständigt habe, zugleich aber politisch auch eigenständig bleiben wolle.

Bessere Taktung bei der Straßenbahn geplant

Bei der OB-Stichwahl in Bayerns drittgrößter Stadt hatte Freund überraschend die bisherige Amtsinhaberin Eva Weber (CSU) besiegt. Schon bei der Stadtratswahl im März hatte die CSU fast sieben Prozentpunkte verloren und gehörte damit gemeinsam mit den Grünen zu den größten Wahlverlierern. Bislang wurde Augsburg von einem schwarz-grünen Bündnis regiert.

Im Stadtrat kann sich das neue Bündnis nur auf eine knappe Mehrheit stützen. Freund setzt deshalb zusätzlich auf Unterstützung einzelner Stadträte, mit denen er nach eigenen Angaben bereits Gespräche geführt hat.

Ein zentrales Vorhaben der neuen Zusammenarbeit ist der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs. So sollen Straßenbahnen künftig deutlich öfter im Fünf-Minuten-Takt unterwegs sein. Dieses Vorhaben gehörte zu Freunds wichtigsten Wahlversprechen. Den dafür notwendigen zusätzlichen Personalbedarf könnte die Stadt aus seiner Sicht auch decken, indem Studierende zu Tramfahrerinnen und Tramfahrern ausgebildet werden. Da die Ausbildung vergleichsweise schnell möglich sei, könnten sie anschließend in Teilzeit das Stammpersonal entlasten.

Kulturbauten sollen weiter saniert werden

Zu den großen Baustellen, die Freund übernimmt, gehört die seit Jahren laufende und sehr kostspielige Sanierung des Staatstheaters. Die Ausgaben sind inzwischen auf 420 Millionen Euro gestiegen und haben sich damit mehr als verdoppelt. Laut Kooperationsvereinbarung soll das Projekt dennoch fertiggestellt werden.

Auch bei der zuletzt wegen Baumängeln geschlossenen Freilichtbühne sieht das Bündnis Handlungsbedarf. Geplant ist eine möglichst schnelle Modernisierung, möglicherweise in mehreren Bauabschnitten und wenn möglich bei laufendem Betrieb. Nach Freunds Worten soll die Bühne rasch wieder bespielt werden, auch weil sie für das Staatstheater wirtschaftlich von großer Bedeutung ist.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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