Mehr als 1.900 vermisste Kinder in Deutschland registriert
In Deutschland sind derzeit etwas mehr als 1.900 Kinder als vermisst gemeldet. Wie das Bundeskriminalamt (BKA) zum Stichtag 1. Mai mitteilte, lag die Zahl der offenen Vermisstenfälle bundesweit bei 1.933. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.810 Fälle. Die Statistik umfasst sowohl neue Vermisstenmeldungen als auch Fälle, die bereits seit vielen Jahren ungeklärt sind.
Die meisten Fälle werden gelöst
Nach Angaben des BKA wird der überwiegende Teil der Vermisstenfälle aufgeklärt. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 19.253 Fälle vermisster Kinder erfasst, davon konnten 18.509 abgeschlossen werden. Das entspricht einer Aufklärungsquote von 96,5 Prozent.
Zum Vergleich verweist die Behörde auf das Jahr 2018: Damals galten insgesamt 15.500 Kinder als vermisst. Trotz gestiegener Fallzahlen sei die Quote der erledigten Fälle weiterhin nahezu konstant hoch, hieß es. Erfasst werden dabei Mädchen und Jungen bis einschließlich 13 Jahre.
Häufige Gründe für das Verschwinden
Nach Einschätzung des BKA sind bereits nach drei Monaten rund 96 Prozent aller Fälle geklärt. Häufig gehe es um Kindesentziehungen, sogenannte Dauerausreißer oder um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Auch Konflikte im Elternhaus könnten eine Rolle spielen.
Nur in wenigen Fällen müsse von einem Unglück oder einer Straftat ausgegangen werden. Dann bestehe die Sorge, dass sich die Betroffenen in einer hilflosen Lage befinden oder möglicherweise nicht mehr am Leben sind.
Der älteste bis heute ungeklärte Vermisstenfall in Deutschland stammt laut BKA aus dem Jahr 1957.
Wann gilt ein Kind als vermisst?
Nach Definition des BKA gilt ein Minderjähriger als vermisst, wenn er seinen gewohnten Lebensbereich verlassen hat und sein Aufenthaltsort unbekannt ist.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion