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Maikäfer-Invasion: Millionen schwirren durchs Hessische Ried

Sobald es dämmert, beginnt in Südhessen ein spektakuläres Summen: Millionen Maikäfer steigen in die Luft und verwandeln die Region in ein seltenes Naturschauspiel. An diesen Orten erreicht der Massenflug jetzt seinen Höhepunkt.

25.04.2026, 02:00 Uhr

Maikäfer-Schwarm in Südhessen hat begonnen

Mit den zuletzt frühlingshaften Temperaturen hat in Südhessen der große Flug der Maikäfer eingesetzt. Besonders in den Abendstunden sind die Insekten in Wäldern des Hessischen Rieds rund um Mörfelden-Walldorf und Darmstadt deutlich zu hören und zu sehen, erklärte Bernd Petri vom Nabu Hessen. Die Waldmaikäfer werden vor allem bei Sonnenuntergang aktiv und ernähren sich bevorzugt von Eichenlaub.

Ein derart starker Schwarmflug tritt meist nur alle vier Jahre auf. Grund dafür ist der Entwicklungszyklus der Tiere: Von der Eiablage über das Larvenstadium als Engerling bis zum ausgewachsenen Käfer vergehen in der Regel etwa vier Jahre.

Im Hessischen Ried fallen die Jahre mit besonders starkem Auftreten traditionell mit Fußball-WM-Jahren zusammen. Fachleute erwarten bis Anfang Mai 2026 dort rund eine halbe Milliarde Maikäfer.

Deutschlandweit gilt das Naturschauspiel als Besonderheit. Ein kleinerer Massenflug wird auch im badischen Iffezheim erwartet. Andere Bestände, etwa Feldmaikäfer in Bayern, erreichen ihre Schwarmjahre erst zu anderen Zeitpunkten.

Zeichen eines ökologischen Problems

Nach Einschätzung von Biologe Petri ist das starke Auftreten der Maikäfer im Hessischen Ried auch Folge eines vom Menschen verursachten ökologischen Problems. Durch die über viele Jahrhunderte betriebene Entwässerung der einstigen Auenlandschaft seien günstige Bedingungen für die Insekten entstanden. Maikäfer bevorzugen trockene und warme Böden, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen. Aus ihnen entwickeln sich Engerlinge, die sich bereits im vergangenen Herbst zu Käfern verwandelt haben.

Zusätzlich leidet das Hessische Ried unter den Folgen des Klimawandels. Anhaltende Trockenheit hat dort zahlreiche Bäume geschwächt oder absterben lassen. Die Maikäfer belasten den Wald weiter: Die ausgewachsenen Tiere fressen junge Blätter, während die Engerlinge im Boden die Wurzeln der Bäume schädigen.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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