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Wal-Retter tüfteln an Plan gegen Desaster

Jetzt wird es ernst: Der spektakuläre Abtransport des Buckelwals in einem riesigen, wassergefüllten Kahn Richtung Nordsee steht bevor. Heute sollen die Behörden die letzten offenen Fragen klären.

25.04.2026, 01:47 Uhr

Der vor der Ostseeinsel Poel festliegende Buckelwal ist weiter nicht frei. Das etwa zwölf Meter lange Tier liegt noch immer in einer künstlich ausgehobenen Mulde in der Kirchsee-Bucht. Am Montag war der Wal nach einem kurzen Losschwimmen direkt erneut gestrandet. Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand machte das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern zunächst nicht.

Die Rettung bleibt damit unter Zeitdruck. Für den überarbeiteten Transportplan gibt es weiterhin kein endgültiges Go des Ministeriums.

Rund 40 Sandsäcke in die Bucht gebracht

Mitarbeiter der privaten Hilfsinitiative haben am Vormittag rund 40 mit Sand gefüllte sogenannte Big Bags verladen und mit einem Schwimmponton in die Kirchsee-Bucht gebracht. Dort wurden sie auf eine große verankerte Arbeitsplattform gehievt.

Die Sandsäcke sollen als Barriere um den Wal gesetzt werden. So soll verhindert werden, dass sich das Tier bei steigendem Wasserstand noch weiter in die Flachwasserzone bewegt. Im Hafen von Kirchdorf wurde zudem ein kleiner Kettenbagger auf einen Schwimmponton gebracht, mit dem die Big Bags später ins Wasser gesetzt werden sollten.

Rinne ins tiefere Wasser fast fertig

Nach Angaben aus dem Rettungsteam war am Morgen außerdem eine rund 110 Meter lange Rinne vom Aufenthaltsort des Wals in Richtung tieferes Wasser fast fertiggestellt. Die Fahrrinne soll etwa zwei Meter tief sein.

Nach dem Plan der privaten Initiative soll der Wal durch diese Rinne selbst in tieferes Wasser schwimmen oder, falls nötig, vorsichtig gezogen werden.

Viel Wind und hohe Wellen erschweren den Einsatz

Anschließend ist der Einsatz einer sogenannten Barge vorgesehen, also eines nicht selbstfahrenden Lastkahns, der abgesenkt werden kann. In diesem schwimmenden Transportmittel soll der Buckelwal dann weiter befördert werden.

Allerdings ist diese Barge bisher noch nicht vor Ort. Zudem werden die laufenden Arbeiten derzeit durch starken Wind und Wellengang erschwert. Nach Angaben aus dem Team ist es momentan nicht möglich, direkt am Wal zu arbeiten. Der eigentliche Bergungsversuch sollte nach früheren Angaben am Sonntag oder Montag beginnen.

Früherer Plan nicht mehr umsetzbar

Offen ist weiterhin, ob der neue Rettungsplan wie vorgesehen genehmigt und umgesetzt werden kann. Der zunächst geplante Transport mit einer Plane und Pontons lässt sich nach Angaben aus dem Umfeld der Rettungsaktion nicht mehr realisieren. An dem neuen Konzept mussten zuletzt noch mehrere Punkte nachgebessert werden.

Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion

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