Der Kinderschutzbund in Bayern hält ein pauschales Verbot sozialer Medien für unter 16-Jährige für den falschen Weg. Expertin Daniela Riedel erklärte, ein genereller Ausschluss nehme Kindern die Möglichkeit, wichtige Fähigkeiten für den Umgang mit der digitalen Welt zu erlernen.
Zugleich verwies sie darauf, dass bestehende Altersbeschränkungen im Internet schon heute häufig umgangen würden. Im ungünstigsten Fall, so Riedel, könnten Kinder dann auf Plattformen ausweichen, die noch weniger reguliert seien und entsprechend schwächere Schutzvorkehrungen böten.
Nach Ansicht des Verbands sollte deshalb nicht ein Verbot im Mittelpunkt stehen, sondern die Frage, wie junge Menschen im Netz besser geschützt werden können. Dafür müssten vor allem die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht genommen werden. Zudem seien Eltern und pädagogische Fachkräfte gefordert, Kinder und Jugendliche im Umgang mit sozialen Medien zu begleiten. Notwendig seien außerdem mehr Medienbildung und sichere digitale Räume, damit junge Nutzerinnen und Nutzer entsprechende Kompetenzen entwickeln können.
Quelle: dpa/bearbeitet durch Topaktuell Redaktion